Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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Stunden der Plage
Leider, sie scheiden
Treue von Leiden ,
Liebe von Lust;
Bessere Tage
Sammeln uns wieder,
■ Heitere Lieder
Stärken die Brust.
Leiden und Freuden,
Jener verschwundnen.
Sind die Yerbundnen
Fröhlich gedenk.
0 des Geschickes
Seltsame Windung !
Alte Verbindung ,
Neues Geschenk,
Dankt es dem regen
Wogenden Glücke.
Dankt dem Geschicke
Männiglich Gut.
Freut euch des Wechsels
Heiterer Triebe ,
Offener Liebe,
Heimlicher Glut!
Andere schauen
Deckende Falten
Über dem Alten
Traurig und scheu ;
Aber uns leuchtet
Freundliche Treue;
Sehet das Neue
Findet uns neu.
So wie im Tanze
Bald sich verschwindet.
Wieder sich findet
Liebendes Paar:
So durch des Lebens
Wirrende Beugung
Führe die Neigung
Uns in das Jahr!
102. Dauer
Hielte diesen frühen Segen
Aoh, nur eine Stunde fest!
Aber vollen Blütenregen
Schüttelt schon der laue West.
Soll ich mich des Grünen freuen.
Dem ich Schatten erst verdankt?
Bald wird Sturm auch das zersti-euen.
Wenn es falb im Herbst geschwankt.
Willst du nach den Früchten greifen,
Eilig nimm dein Teil davon 1
Diese fangen an zu reifen ,
Und die andern keimen schon;
Gleich, mit jedem Regengusse ,
Ändert sich dein holdes Thal ,
.\ch, und in demselben Flusse
im Wechsel.
Schwimmst du nicht zum zweitenmal!
Du nun selbst! Was felsenfeste
Sich vor dir hervorgethan,
Mauern siehst du, siehst Paläste
Stets mit andern Augen an.
Weggeschwunden ist die Lippe,
Die im Kusse sonst genas.
Jener Fufs , der an der Klippe
Sich mit Gerasenfreche mafs.
Jene Hand, die gern und milde
Sich bewegte wohlzuthun.
Das gegliederte Gebilde,
Alles ist ein andres nun.
Und was sich, an jener Stelle,
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