Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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4, Das Schiff kommt von der Bahn ab. Lavieren. Ks gerät an Riffe, auf Sand-
bänke u. s, w.
5. Einlaufen in den Hafen, Begrüfsung der Heimat. (Nach Härtung.)
DAS MENSCHLICHE LEBEN MIT EINEM STROME VERGLICHEN.
Ein sehr geläufiges Bild. Ohne Mühe und Zwang werden wir manche Ähnlich-
keiten auffmden. Nur ist nicht zu vergessen, dafs kein Gleichnis nach allen mög*
liehen Riohtungon durchgeführt werden kann
1. Der Flufs. ob klein oder grofa, hat einen geringen Anfang; er führt auf eine
Quelle zurück, welcher niemand ansieht, was aich aus ihr entwickeln wird.
2. Der Lauf der Flüfae iat von sehr verschiedener Länge; alle aber verachwinden
endlich im Meere, aei es, dafs sie unter dem eigenen Namen dahin kommen oder
von andern Flüfsen aufgenommen werden.
3. Am Anfang ist der Lauf gewöhnlich rasch, allmählich wird er gemäfaigt,
endlich langsam; oft wird daa Wasser durch einen See geführt und dadurch ge-
läutert; bisweilen aber auch das klare durch einen Zuflufa getrübt.
4. Verfolge den Flufs vom Ursprung bis zur Mündung; er beschreibt keine ge-
rade Linie; Berge, welche sich entgegenstellen, zwingen ihn. auf Umwegen sein
Ziel zu verfolgen. Doch gibt es hier merkliche Unterschiede.
Vgl. Octavio in Schiller's Wallenatein (Piccolomini V, I):
Mein liebs'er Sohn! Ea iat nicht immer möglich,
Im Leben sich so kinderrein zu halten,
Wie's una die Stimme lehrt im Inneraten.
In steter Notwehr gegen arge Liat
Bleibt auch das rcdliche Gemüt nicht wahr —
Daa eben iat der Fluch der böaen That
Dafs sie, fortzeugend, immer Böses mufs gebären.
5. Mancher Flufs wird ein Segen für das Land, welches er durchströmt; er
befeuchtet und befruchtet; er belebt und schmückt; er trägt Kahne und schwer-
beladene Schiffe ; er zieht die Menachen an seine Ufer ; andere Flüsse brausen
wild und ungestüm dahin, treten oft aus dem Bette, verderben und verheeren die
angrenzenden Landschaften. Ein Giefsbach.
Anm. Die Gegenüberstellung des menschlichen Leben?, welche sehr nahe liegt,
kann entweder nach jedem Abschnitt geschehen oder als zweiter Teil nachfolgen.
In jenem Fall i^t darauf zu achten, dafs die Satzbildung nicht einförmig wird,
in diesem, dafa nicht Wiederholungen vorkommen.
Aus Rückert's Weisheit des Brahm.:
Der Flufa bleibt trüb, der nicht durch einen See gegangen.
Das Herz unlauter, daa nicht durch ein Weh gegangen. —
Die Ströme liefen all gerades Wegi ins Meer,
Wenn sich die Berge nicht vorstreckten überquer.
Den Bergen müssen sie anschmiegend sich bequemen
Und ihren Lauf zum Meer durch manchen Umweg nehmen.
Die Berge halten aio am Ende doch nicht auf.
Und reicher wird dadurch ihr schön gewundner Lauf,