Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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Die sich ach! vergebens öffnen,
Seine Sehnenden zu fassen!
Denn uns frifst in öder Wüste
I Gier'ger Sand ; die Sonne droben
Saugt an unserm Blut; ein Hügel
Hemmet uns zum Teiche. Bruder,
Nimm die Brüder von der Ebne,
Nimm die Brüder von den Bergen
Mit, zu deinem Vater mit!
Kommt ihr alle! —
Und nun schwillt er
Herrlicher ; ein ganz Geschlechte
Trägt den Fürsten hoch empor
Und im rollenden Triumphe
Gibt er Ländern Namen, Städte
Werden unter seinem Fufs.
Unaufhaltsam rauscht er weiter
Läfzt der Türme Flammengipfel
Marmorhäuser , eine Schöpfung
Seiner Fülle , hinter sich.
CeJernhäuser trägt der Atlas
Auf den Riesenschultern ; sausend
Wehen über seinem Haupte
Tausend Flaggen durch die Lüfte,
Zeugen seiner Herrlichkeit.
Und so trägt er seine Brüder,
Seine Schätze , seine Kinder ,
Dem erwartenden Erzeuger
Freudebrausend an das Herz.
97. Gesang der Geister über den Wassern. (J779.)
Des Menschen Seele
Gleicht dem Wasser :
Vom Himmel kommt es,
Zum Himmel steigt es ,
Und wieder nieder
Zur Erde mufs es,
Ewig wechselnd.
Strömt von der hohen,
Steilen Felswand
Der reine Strahl ,
Dann stäubt er lieblich
In Wolkenwellen
Zum glatten Fels,
Und leicht empfangen,
Wallt er verschleiernd ,
Leisrauschend,
Zur Tiefe nieder.
Ragen Klippen
Dem Sturz' entgegen ,
Schäumt er unmutig
Stufenweise
Zum Abgrund.
Im flachen Bette
Schleicht er das Wiesenthal hin
Und in dem glatten See
Weiden ihr Antlitz
Alle Gestirne.
Wind ist der Welle
Lieblicher Buhler ;
Wind mischt vom Grund aus
Schäumende Wogen.
Seele des Menschen ,
Wie gleichst du dem Walser!
Schicksal des Menschen ,
Wie gleichst du dem Wind !