Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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werfen ; dafs er sich dessen aber in einem Briefe an den Franzosen St. René
Tallandier im Jahre 1851 als eines »G o d i ch t e s a u f N a p o 1 e o n"
rühmte und zugleich belichtete: sein Geburtsdatum sei früher falsch angegeben,
»infolge eines absichtlichen Irrtums, den man zu meinen Gunsten während
der p r eu f si sehen Invasion beging, um mich dem Dienste Sr, Majestät
des Königs von Preufsen zu entziehen, — das vex'dient vollkommen die öffentliche
Züchtigung, die ihm ein echter Patriot wie Wolfgang Monzel zu teil wer-
den liefs. Date Heine, der für die Augsburgor Allgemeine Zeitung
schrieb, gleichzeitig ein Jahrgehalt von Louis Philipp bezog, ist ferner eine von
dem Pensionär selbst eingestandene Thatsache, welche ebenfalls
beweist, dal's er keinen Funken deutsches Ehrgefühl besafs und mit den Polen,
die er in einem seiner glänzendsten Gedichte so meisterhaft verspottet, moralisch
auf einer Linie stand.
In dem in deutscher und französischer Ausgabe erschienenen Buche »Französi-
sche Zustände" erzählte er den Franzosen: »Noch vor Kurzem haben viele Freunde
»des Vaterlands die Vergröfserung Preufsens gewünscht und in seinen Königen
»die Oberherren eines vereinigten Deutschlands zu sehen gehofft. Was mich be-
»trifft, ich habe mich nie zu solchem Vertrauen verstehen wollen."
In gerechtem Zorn erwidert darauf Eduard Grisebach, dafs solche und ähnliche
Schmähungen Preuföens in seinen politischen Gedichten nur als Symptome von
Heines totaler politischer Borniertheit bemerkenswert seien, »dafs er aber vor den
Franzosen in deren eigener Sprache seinen Heimatsstaat beschimpft, das verrät
eine vaterlandslose Schamlosigkeit, wie sie nur dem Nachkommen des Ahasvérus
eignet.''
»Was helfen diesen That82:chen gegenüber all die schönen Sehnsuchtsklagen
nach Deutachland :
Denk ich an Deutschland in der Nacht
und :
^ Gelegt hat sich der grofse Wind
Und wieder stille wird's daheime,
Germania, das grofse Kind,
Erfreut sich wieder soiner Weihnachtsbäume.
Was hilft die schöne Episode im »Wintermärchen" mit dem Retrain: Sonne,
du klagende Flamme, und dem Ruf: Komme du bald mein Kaiser!
Was er übrigens mit dem »Kaiser" meinte, wissen wir aus den Reisebildern:
»Du, mein Volk bist der wahre Kaiser, der wahre Herr der Lande, dein Wille
ist souverän .... es siegt dein ganzes Recht, eine neue Zeit beginnt — mein
Kaiser, die Nacht ist vorüber und draufsen glüht das Morgenrot."
Und was er mit diesem seinem Kaiser im Sinne hatte, das wissen wir auch aus
einem Briefe an Laube vom 10. Juli 1833 :
»Die tieferen Fragen der Revolution betreffen weder die Einführung einer Re-
»publik, noch die Beschränkung einer Monarchie, sondern das materielle
»Wohlsein des Volkes. Die bisherige spiritualistischo Religion war heilsam
»und notwendig, so lange der gröfste Teil der Menschen im Elend lebte und sich
»mit der himmlischen Region vertrösten mufste. Seit aber durch die Fortschritte
»der Industrie und der Ökonomie es möglich geworden, die Menschen aus ihrem