Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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»gelingen, so sucht er sich selbst mitjenem Streben Iftcherlich
»zumachen und an sich selbst Rache zu nehmen, dafs er sich doch einmal
ȟberraschen und ergreifen liefs, auch, damit ja die andern einer solchen Schwach-
»heit ihn nicht für fähig halten. Es kommt dir ein ernster Gedanke in den Weg,
»den du nicht wagst — so lafa ihn liegen und setze deinen angefangenen W eg
»fort I Das aber tliust du nicht, sondern du wendest dich gegen ihn und bietest
»alle Gewalt deines Witzea auf, um ihn in ein lächerliches Licht zu aetzen.
»Warum gibat du dir denn die Mühe? Du mufst doch den Gedanken in seiner
»ernsthaften Gestalt nicht ertragen können, der du nicht eher Ruhe hast, als bis
duihnineineandere, dir gefälligere Gestalt gebracht. Leichtsinn und Eriro-
»1 i t ä t — und zwar je höher sie steigen, desto mehr — sind untrügliche
»Kennzeichen, dafs im Innern des Herzens etwas ist, daa nagt
»und welchem man gern entfliehen möchte; und sie sind ge-
»rade dadurcti unverwerfliche Heweiae, dafs die edlere Na-
»tur noch nicht ganz ausgestorben iat. Wer es vermag einen tiefe-
«ren Blick in aolche Gemüter zu werfen, dem geht der achmerzliche Jammer auf
»über ihren Zustand und über die unaufhörliche Lüge, in der sie sich befinden,
»indem sie alle andern glauben machen wollen, dafs sie höchat glücklich und vor-
»gnügt sind und von ihnen wieder die ßeatätigung erwarten, ohne doch bei sich
»seilst jemals Glauben zu finden, — zugleich mit einem wehmütigen Lächeln über
»ihr Bestreben, schlimmer zu scheinen, als sie wirklich sind"
Was bei den meisten jungen Männern nur in ihrer zweiten Flegelperiode gäng
und gebe iat, wurde für Heine nie ein überwundener Standpunkt, - mit einem
Worte , er blieb Student — so blieb er interessant in Paria, wie überhaupt im
Ausland, zumal wenn erachimpfteauf Deutschland, wofür er sich gut bezahlen liel's
(5000 Francs per Jahr.) »)
Dafs er mit sechzehn Jahren daa (»n sich lobenswerte)Poem »Die bei-
den Grenadiere" schrieb(welcheavon Kreuzer componiert und dem
Marachal Soult gewidmet wurde!) das wäre ihm nicht weiter vorza-
0 Und das war a a u e r verdientea Geld; denn er liebte (nachweisbar)
seine Heimat. Wenn er z. B. von den Gruben bei Clausthal erzählt, und hervor-
hebt, wie sein Cicerone ihm mit Feuer versichert, wie die Bergleute und er ganz
besonders, sich gern totschlagen lassen würden für den lieben Herzog und das
ganze Hau» Hannover, da bricht bei Heine die zurückgedrängte Vaterlandsliebe
wieder hervor: »Innig rührt es mich jedesmal, wenn ich sehe,
wie sich das Gefühl der U n t e r t h a n s t r e u e i n s e i n e n e i n f a-
ohen Natur lauten ausspricht, ^is int ein schönes Gefühl^ und es ist
ein wahrhaft deutsches Gefühl, Andere Völker mögen gewandter sein und witzi-
ger und ergötzlicher, aber keins ist so treu wie das treue deutsche Volk. Wufste
ich 7iicht^ dafs die Treue so alt ist wie die Welt, so würde ich glaub^uj ein deut-
sches Herz habe sie erfu7iden,
»Wie die deutsche Treue", ao fährt er fort, »hatte uns daa kleine Grubenlichfc
ohne viel Geflacker, still und aicher geleitet durch das Labyrinth der Schachten
und Stollen ; wir stiegen aus der dumpfigen Bergnacht, daa Sonnenlicht strahlt -
Glück auf r
h..