Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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Einzelne, welche durch natürliches Talent, Unbefangenheit, Anschauung
guter Muster und häusliche Gewöhnung an edles Tragen ^es Körpers und
an ungezwungene Bewegung der Glieder begünstigt sind , — Fälle , die na-
türlich am meisten in gröfseren Städten vorkommen, mögen daneben immer
ihr Heil versuchen. —
Zum Schlüsse bringe ich noch eine Warnung in Erinnerung, die ich schon
in der Einleitung zur »Deuschen Prosa" ausgesprochen *), dafs man beim
Erklären und Besprechen der Gedichte stets im Auge behalte , dafs man
im Besprechen der Teile das Ganze festhalte, dasz man sich also hüte ,
seine katechetische Behandlung weder an grammatischen noch an sachlichen
Einzelnheiten zerplittern. Vor allem erkläre man die Gedichte nicht so, als
hätte ein Goethe ein Uhland u. s. w. ihre Poesien gedichtet, um die
Grammatik mit einem Regelstoff zu bereichern. Man erzählt sich, ein Exa-
minator sei mit einer inhaltschweren Sentenz, mit einer »schönen Dichter-
Stelle" vor einen Kandidaten getreten und habe ihm die Frage vorgelegt,
ob dieselbe ein einfacher oder zusammengesetzter Satz sei, und wie das
Subjekt in diesem Satze heifse. Der Kandidat soll geantwortet haben , der
Satz sei einfach, das fragende Subjekt aber ein durchaus zusammengesetztes.
Prof. Lange ist sogar der Meinung, die sogenannten klassischen Beispiele
bei der praktischen Behandlung der Grammatik seien vom Übel , welcher
Ansicht auch Dr. J. L a 11 m a n n huldigt.
Aber trotzdem und alledem bleibt wahr, was Prof. Dr. Ernst Laa»
sagt: »Erklärung des Inhalts thut bei deutschen Gedichten gerude
so not, wie bei jedem Werke des Altertums. Zunächst haben ja alle
diese Männer gar nicht für Schüler geschrieben. GleichAvohl sollen
Schüler an der Beschäftigung mit ihren Schriften grofs und gebildet werden
Das geht nur dann, wenn der Lehrer vermittelnd durch Erklä-
rung des Dunkeln, durch Zerlegung des Komplicierten
und fortwährendes Hinweisen auf das Wichtige, auf die d a s e i e n-
d e n, aber nicht gesehenen Schätze dazwischen tritt. Es fördert
hier wie immer die Analyse (ich meine aber damit nicht das »Zer-
pflücken" und »Zersetzen") die Erkenntnis.
Betreffs der Verwendung poetischer Werke zu sehrift
liehen Übungen in höheren Klassen verweise ich auf den zweiten
Teil der vpn mir im Jahre 1872 verfafsten Methodik, der betitelt ist;
Themata, Dispositionen und Materialien zu literarhistorischen und ästhetischen
Aufsätzen etc.
In den untern Klassen kann man sich jedoch nur begnügen mit
einer Umstellung poetischer Stücke in Prosa.
*) Einleitung als Vorwort pag. IV u. V.