Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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30 I- Teil. Die pädagogisclien Grundbegriffe.
keit eine ganz bestimmte Richtung vorgezeichnet, indem er der
Hauptsache nach nur für das Volk, in das er hineingeboren worden
ist, und an dessen ganzer geistig-leiblicher Wesenheit er Teil hat,
und für die Zeit, in der er lebt, und die sein Wissen und Können,
seine Intelligenz und seinen Charakter in ihrer Entwickelung un-
weigerlich begrenzt, wirken und schaffen kann. Aber eben nur der
Hauptsache nach, nicht unbedingt; denn wie sein Wirken kein
ephemeres ist infolge des Zusammenhanges der Zeit und des lücken-
losen Fortschrittes der Entwickelung, so ist es auch kein einseitig
national beschränktes infolge des Zusammenhanges, der unter den
Völkern besteht, und der Wechselbeziehungen des geistigen Lebens
der Völker. Alles dessen eingedenk werden wir das Ziel der Er-
ziehung nunmehr dahin formulieren können, dafs wir sagen: Aus
den Händen des Erziehers soll der Zögling hervorgehen
als ein gesunder, thatkräftiger Mensch, der befähigt und
freudig bereit ist, an der Lösung der Kulturaufgaben
seines Volkes in der jeweiligen Gegenwart mitzuarbeiten
und zwar als ein tüchtiger Bürger seines nationalen
Staates und als ein nützliches Mitglied der menschlichen
Gesellschaft überhaupt, dessen wirtschaftliche und poli-
tische Ansichten (soweit dieselben während der eigentlichen Er-
ziehung zu berücksichtigen sind), dessen Rechts-Anschauungen,
Moral, Religiosität und Geschmack in Übereinstimmung
mit den Lehren und Überzeugungen der besten und
edelsten Geister seines Volkes und seiner Zeit im allge-
meinen stehen, und dessen Erkenntnis allseitig gefördert
worden ist.
Unmöglichkeit einer allgemeingiltigen Pädagogik.
§ 14.
Das aufgestellte Erziehungsziel unterscheidet sich sehr wesent-
lich von denen, welche man sonst in den Lehrbüchern der Päda-
gogik findet. Dieselben sind entweder zu eng und einseitig oder
zu weit und vieldeutig, so dafs sie zu wenig oder gar nichts be-
sagen. Zur ersten Kategorie gehören die Formulierungen, denen
zufolge der Zögling zum sittlichen oder zum religiösen Menschen
herangebildet werden soll, wie nach dem im vorigen Abschnitt
Ausgeführten von selbst einleuchtet. Da man zudem dabei stets
die christliche Moral und die christliche Religion im Auge hat.