Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 11. Festsetzung des Erziehungszieles. 79
Leiter für Leiter, von der Art zur Überart, bis endlich das Über-
tier, der Mensch erscheint, und dann noch immer weiter, vom
Höhlenmenschen bis zu dem Menschen mit den sonnenhaften Augen
Goethes. Das alles, alles eine einige, riesige Lebenswoge, geschaukelt
von dem gleichen Gesetz, demselben Prinzip: Erhaltung und Ver-
vollkommnung des Lebens und der Gattung, ins Grenzenlose, aus
urdunklen Fernen her und in finstere Zukunftsfernen hinein, ein
ungeheurer Stammbaum, eine Leiter, langsam von der Erde zum
Himmel wachsend. Aus dieser allgemeinen Tendenz des Lebens, aus
dieser allgemeinen immanenten Lebensgesetzmäfsigkeit ergeben sich
für das menschliche Leben im besonderen folgende Forderungen.
Die Erhaltung der Gattung und ihre Vervollkommnung ist zunächst
einmal bedingt durch die Fürsorge für das körperliche Gedeihen,
für die Befestigung und Erhaltung der Gesundheit; nur der ge-
sunde Mensch vermag wahrhaft zur Erhaltung und Ver-
vollkommnung der Gattung beizutragen. Im kranken Körper
bildet sich auch kranker oder doch schwächlicher Samen, aus dem
wieder kranke oder schwächliche Menschen entstehen, die entweder
gar nicht lebensfähig oder doch siech und elend sind und wieder
nur solche Menschen oder gar keine erzeugen können, und deren
Leistungsfähigkeit durch Krankheit und Siechtum beeinträchtigt
oder gar völlig lahm gelegt wird. Ferner aber ergiebt sich
die Forderung, dals jeder Mensch in Angemessenheit
seiner körperlichen und geistigen Kraft an der Fort-
entwickelung, an der Vervollkommnung der Gattung
mitarbeiten mufs, mit anderen Worten, dafs jeder Mensch
ein Kulturarbeiter sein mufs, sei es nun im grofsen oder
im kleinen, sei es als Wegbahner oder Wegbereiter oder
auch blofs als Wegausbesserer, sei es als ein Fürst oder
nur als ein schlichter Kärrner. Diese Forderung schliefst
aber noch zwei andere Forderungen in sich ein, nämhch die, an
derrechtenStelle mit seiner Arbeit einzusetzen und das rechte
M a fs bei ihrer Vollbringung einzuhalten. Das will besagen, dals
nur d i e Arbeit wahrhaft nutzbringend und segensreich ist, welche
in Übereinstimmung mit den natürlichen und ge-
schichtlichen Lebensbedingungen gethan wird. Der Einzelne
ist wie ein Angehöriger einer bestimmten Menschheitsgruppe, eines
Volkes, so auch ein Kind einer bestimmten Zeit. Durch jene
Zugehörigkeit und diese, wenn ich so sagen darf, Momentisierung
seiner Existenz sind seiner Kraftbethätigung ganz bestimmte
natürliche und geschichtliche Grenzen gezogen, ist seiner Wirksam-