Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
Bekijk als:      
Scan: Afbeeldinggrootte:
   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Vorige scan Volgende scanScanned page
§ 11. Festsetzung des Erziehungszieles. 63
direkten Erfahrung unzugänglich, nur erschliefsbar ist auf Grund
der Thatsachen der Erfahrung: es ist diese wurzelhafte
Wirklichkeit das Psycho - Physische, das als Unbewufstes
ja niemals Bewufstseins-Inhalt werden kann, somit aufserhalb des
Bereiches der unmittelbaren Erfahrung und eben nur in den der
erschlossenen Erfahrung fällt. Weshalb diese gemeinsame Wurzel
des Stofflichen und der physischen und psychischen Kräfte ein
Psycho-Physisches sein mufs, das werde ich später noch zu zeigen
haben. — Aus dieser wurzelhaften Wirklichkeit, also eben dem
Unbewulsten, entwickelt sich erfahrungsgemäfs im Verlaufe des
individuellen Lebens das Bewufstsein heraus. Und was so für
das Leben des einzelnen Menschen gilt, das gilt auch für das
Leben der ganzen Gattung, das gilt überhaupt für alles Leben.
Das bewufste Leben hat sich allmählich aus dem unbewufsten
entwickelt und hat sich dann weiterhin in seiner Bewufstheit immer
mehr differenziert und verfeinert. Zwischen dem erstmaligen Auf-
flackern des Bewufstseins und dem hochentwickelten Bewufstsein
der modernen Kulturmenschheit liegt ein in Zahlen gar nicht aus-
drückbarer Zeitraum. Äonen mufsten vergehen, ehe an die Stelle
der ersten dumpfen, in einem dunklen Gefühle sich ankündigenden
Empfindung dieses reiche Empfindungsleben treten konnte, wie
wir es kennen, mit seinen mannigfach abgestuften klaren Gefühlen.
Betrachten wir aber jetzt nur das geistige Leben, wie es uns in
der Gegenwart entgegentritt, so finden wir, dafs dasselbe auf einer
Fülle der verschiedenartigsten Triebe, Strebungen, Gefühle, Vorstel-
lungen und Vorstellungsverläufe, unter denen wieder im besonderen
zu erwähnen sind die mannigfaltig abgestuften Wahrnehmungs-,
ferner die Erinnerungs-, Einbildungs- und die Abstraktionsverläufe,
beruht. Aus den verschiedenartigen Komplikationen dieser Äufse=
rungen des hochentwickelten geistigen Lebens, dieser psychischen
Prozesse, wie wir zu sagen pflegen, setzt sich unsere Kultur zu-
sammen. Die Formen derselben, welche ich zuvor nannte, sind
Kombinationen jener bewufsten Lebensäufserungen, in denen bald
die eine, bald die andere mehr im Vordergrunde steht, in denen
auch nicht immer alle gleichzeitig, nicht nur nicht gleichmäfsig,
vertreten sind.
§ 12.
Noch immer aber können wir nicht das Erziehungsziel be-
stimmt und präzis formulieren. Ich mufs noch auf einiges be-
sonders hinweisen, namentlich auf zweierlei. Die geistigen Kräfte