Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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58 I- Teil. Die pädagogischen GrundbegriflFe.
nehmster und wichtigster. Ja, wir können in gewisser Hinsicht
sagen, dafs sie der Kern- und Mittelpunkt der gesamten Wissen-
schaft ist, um den herum sich alles andere gruppiert, alles andere
hat blofs Wert und Bedeutung, sofern es zu ihr in irgend einer
Beziehung steht.
Die moderne Wissenschaft entrollt vor unseren Blicken das
Bild einer Welt, die sich als ein ungeheurer Kräfte- und Stolf-
Komplex darstellt. Derselbe ist jedoch nicht stabil, sondern in
beständiger Bewegung; fort und fort treten Verschiebungen,
Änderungen, Wandlungen ein. Es handelt sich dabei um einen
unaufhaltsam fortschreitenden Prozefs, um eine Entwickelung.
Wir können diese Entwickelung auf Schritt und Tritt, allüberall
verfolgen; am bedeutsamsten aber erscheint sie in der Sphäre des
Lebens und zwar besonders wieder in der des menschlichen Lebens,
in welcher sich die allgemeine Kraftentwickelung schliefslich als
KulturentWickelung darstellt. Bekannt ist die berühmte Kant-
Laplace'sche Hypothese, welche uns das Universum vor Augen
führt als einen riesigen aus materiellen Atomen bestehenden Ball,
in welchem ungezählte Kräfte chaotisch durcheinanderwogen. All-
mählich aber hört dieses Durcheinanderwogen auf, und es kommt
Ordnung in das chaotische Spiel der Kräfte. Langsam entsteht
aus dem Ball, in dem alles kunterbunt zusammengewürfelt ist,
eine Welt, die als ein Kosmos zu bezeichnen ist, also als ein
aus vielen einzelnen Teilen bestehendes wohlgeordnetes Ganzes.
Näher von diesen kennen wir nur einen, denjenigen, welcher
im besonderen unsere Welt ist, unsere Erde. Halten wir uns
nur an sie, beschäftigen wir uns blofs mit ihrer Entwicke-
lung , so sehen wir, dafs aus unscheinbarsten Anfängen heraus
sich das Leben auf ihr in unaufhaltsamem Fortschreiten zu
immer höheren Erscheinungsformen herausgebildet hat, durch ein
immer sicherer werdendes Aufeinander- und Zusammenwirken der
Kräfte, durch eine immer besser zusammenstimmende Wechsel-
wirkung von Kraft und Stoff. Freilich die Ursachen alles dessen,
die letzten 'Gründe kennen wir nicht; aber das schadet auch gar
nichts, ebensowenig wie es darauf ankommt, zu wissen, wohin letzten
Endes dies alles zu führen bestimmt ist. Die beiden Enden der
Entwickelung, die ersten und die Zweckursachen, sind
uns unerforschlich, unzugänglich; nur die Mitte gehört
uns. Aber damit können wir uns auch begnügen und dürfen
unsere Zeit nicht damit verzetteln, dafs wir uns mit der Lösung
unlösbarer Probleme beschäftigen. Man hat sich damit schon so