Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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56 I- Teil. Die pädagogischen GrundbegriflFe.
die Herbeiführung der intellektuellen Reife sich angelegen sein
lassen. Uberhaupt mufs er durch Selbsterziehung aus sich ganz
das zu machen versuchen, was er seiner menschlichen, seiner
sozialen und bürgerlichen Bestimmung gemäfs sein soll. Eine
Unterstützung findet diese Selbsterziehung durch zahlreiche
Faktoren des Gemeinschaftslebens und auch durch besondere Ver-
anstaltungen innerhalb desselben, deren Benützung jedermann
freisteht: es sind das die für die Erwachsenen künstlich ge-
schaffenen mannigfachen Bildungsgelegenheiten. Von den die
Selbsterziehung des Einzelnen unterstützenden und fördernden
natürlichen Faktoren des Gemeinschaftslebens, denen sich niemand
entziehen kann, nenne ich vor allem die Familie und den Berufs-
verband. Wie durch seine eigenen Kinder so wird der Er-
wachsene fort und fort erzogen durch seine Berufsgenossen, ferner
auch durch seine politischen Freunde, nicht zum wenigsten endlich
durch die Anforderungen, welche Gemeinde und Staat an seine
Leistungsfähigkeit stellen, und durch das, was die kommunalen
und staatlichen Institutionen bezüglich seines Verhaltens heischen.
Solche unpersönlichen Institutionen sind gerade zu-
meist von stärkster und zwingendster erzieherischer
Kraft; man denke nur an die des Rechtes. Nicht zu unter-
schätzen ist schliefslich auch noch die Gewalt der öffentlichen
Meinung.
Festsetzung des Erziehungszieles.
§ 11.
Bei dieser Festsetzung mufs ich wiederum auf die Bestimmung
zurückgreifen, welche ich von dem Begriffe Erziehung zuvor
gegeben habe. Unreife Menschen sollen durch die Einwirkung,
die Führung Reifer auch zu reifen Menschen gemacht werden.
Es fragt sich nun, worin die Reife sich zeigt, wodurch sie sich
dokumentiert, wie sie sich äufsert. Oder ich kann auch die Frage
so stellen: was sehen wir die reifen Menschen thun? wie verwenden
sie ihre reife Kraft, ihre reife Einsicht, ihren reifen Charakter,
ihren reifen Geschmack? Die Antwort auf diese Fragen lautet:
sie suchen damit die Lösung der Aufgaben des Lebens zu fordern;
sie arbeiten an dieser Lösung mit. Mit ganz vollem Bewufstsein
der Tragweite dessen, was sie thun, handeln freilich nur die
Reifsten der Reifen; die anderen haben nur ein mehr oder weniger