Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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54 I- Teil. Die pädagogischen GrundbegriflFe.
derartige physiologische und psychologische Veränderungen Hand
in Hand, dafs dadurch die weitere Erziehung aufserordentlich er-
schwert, beinahe unmöglich gemacht werde. Ferner weist man
darauf hin, dafs unsere sozialen Verhältnisse so beschaffen seien,
dafs für sehr viele Glieder der Gesellschaft die Notwendigkeit be-
stehe, frühest möglich mit der eigentlichen Berufsbildung den
Anfang zu machen, eben auch dann, wenn die Pubertät eingetreten
ist, also etwa im 14. oder 15. Lebensjahre. Und da, fährt man
fort, ständen doch der Erziehung aufserordentliche Schwierigkeiten
im Wege. Wenn der Mensch sein Streben schon auf eine künftige
Lebensstellung und Spezialthätigkeit gerichtet habe, so fühle er
sich unabhängig und der Erziehung entwachsen. Nun ist es ganz
sicher, dafs mit der beginnenden Berufsbildung eine Erhöhung des
Selbstgefühls Hand in Hand geht, ebenso wie mit der erlangten
Pubertät; dafs also die Erziehungsarbeit schwieriger wird, indem
die Neigung, die Autorität eines Erziehers anzuerkennen und sich
ihr zu beugen, mit dem erstarkenden Selbstgefühl stetig abnimmt.
Aber dafs die Erziehung schon in so jugendlichem Alter über-
flüssig sei, oder dafs man die ihr entgegenstehenden Hinder-
nisse nicht überwinden könne, das wird man doch nicht be-
haupten dürfen, das erstere sicherlich auf keinen Fall. Und was
das andere betrifft, so meine ich, dafs die Erfahrung dafür spreche,
dafs sich jene Schwierigkeiten sehr wohl überwinden lassen, mit
nur etwas festem und auch gutem Willen. Bei denjenigen Knaben
und Mädchen, welche in der glücklichen Lage sind, nicht schon
mit dem Eintritte der Pubertät sich für einen besonderen Beruf
vorbereiten zu müssen, sondern noch längere Zeit hindurch für
ihre Allgemeinbildung Sorge tragen zu können; die also im
elterlichen Hause bleiben oder in Pensionaten sich aufhalten,
denkt niemand ernstlich daran, von fernerer Erziehung absehen zu
wollen. Und bei den anderen, die irgendwo in die Lehre oder in
den Dienst treten, sieht man doch auch von der Erziehung noch
nicht ab. Die Lehrherren und die Dienstherrschaften bemühen
sich darum, allerdings nicht immer in der rechten Weise, oft ohne
guten und festen Willen, so dafs sie freilich häufig keine günstigen
Resultate erreichen und dann darüber klagen, dafs mit den be-
treffenden jungen Leuten nichts anzufangen sei; dafs sie sich gegen
Erziehungsmafsregeln sträuben und ein weiteres Erzogenwerden
sich nicht gefallen lassen wollen. Das ist da aber doch einzig
und allein die Schuld der Erzieher, nicht die jener jungen Leute,
jener Jünglinge und Mädchen. Das ist doch kein Beweis gegen