Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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48 I- Teil. Die pädagogischen GrundbegriflFe.
liehen Erzieher, die Eltern, so gut wie für die berufsmäfsigen;
für diese sind sie jedoch ganz besonders grofs, namentlich die
letzte. Bei der Ausführung der Mafsregel, die als ultima ratio
hierbei empfohlen wurde, mufs ja der berufsmäfsige Erzieher in
diesem Falle noch mehr als sonst mit dem durch das Vorhanden-
sein der natürlichen Erzieher gesetzten Faktor rechnen. Es hängt
dabei selbstverständlich sehr viel von denselben, also den Eltern,
ihrer Sinnesart, ihrer Einsicht, ihren Mitteln ab. Fehlt es ihnen
an diesen; ist ihr Charakter korrumpiert; mangelt ihnen die Ein-
sicht, dann steht es freilich sehr schlimm. Und es wird das auch
immer so bleiben, solange die Gesellschaft nicht die Kontrolle
wie über die öffentliche so ebenfalls über die häusliche Erziehung
in die Hand, solange sie nicht das Recht für sich in Anspruch
nimmt, zur Erziehung in irgend einer Weise und aus irgendwelchen
Ursachen unfähigen Eltern ihre Kinder zu entziehen und von
Gesellschaftswegen bei anderen Eltern oder in öffentlichen Er-
ziehungshäusern erziehen zu lassen. — Solange dies nicht geschieht,
bleibt nur ein Mittel, welches in etwas die schlechten Einflüsse
des Milieus zu kompensieren vermag, das ist die Schule. Und
schon aus diesem Grunde ist der allgemeine Schulzwang eine un-
bedingte Notwendigkeit. Aber freilich, die Aufgaben der Schule
liegen zum weitaus gröfsten Teile auf einem anderen Gebiete als
dem der Erziehung im engeren Sinne, der Gemütsbildung und
der Pflege. Die diesbezüglichen schlechten Einflüsse des Milieus
kann die Schule nur sehr mangelhaft, höchst unvollkommen
reparieren. Bezüglich der Pflege liegt das auf der Hand. Was
die Gemütsbildung angeht, so sei hier nur kurz Folgendes gesagt.
Am ehesten vermag die Schule hierbei noch dadurch etwas zu
thun, dafs sie den Schülern ein Licht darüber aufsteckt, wohin
ein böser Lebenswandel führen kann und wirklich oft genug führt,
also dadurch, dafs sie dieselben, wie man zu sagen pflegt, klug,
weltklug macht, sie wenigstens auf die Bahn des legalen Handelns
drängt. Auf diese Weise bewirkt sie doch immerhin die Ver-
hütung verderblicher Thaten, kann sie bewirken, mögen auch die
Gründe, aus denen solche unterbleiben, vor dem Richterstuhle
der Moral noch so anfechtbar sein. Nun könnte man einwerfen:
im Unterrichte treten doch gleichzeitig auch mit den Vorstellungen
sie begleitende Gefühle auf. Somit beeinflufst der Unterricht das
Gefühls-, das Gemütsleben der Schüler doch ebenfalls. Das leugne
ich keinen Augenblick lang; aber dieser Einfluss ist nur gering
und blofs eine Nebenwirkung des Unterrichtes. Wenn in der