Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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600 IV. Teil. Kinderscliutz und Volkserzieliung.
genüsse von dem Standpunkte aus betrachten, dafs sie an das Ge-
müt, das Gefühl der Menschen sich wenden; dafs sie Freude be-
reiten — natürlich der eine mehr der andere weniger und bei ver-
schiedenen Menschen auf verschiedene Weise. Und solche Freude
ist etwas Gutes und etwas Schönes. Man sage auch nicht, dafs diese
Freude erfolg- und wirkungslos bleibe; wir können nur den Er-
folg, die Fortwirkung nicht leicht wahrnehmen: wir können sie
jedenfalls niemals direkt nachweisen bei den anderen. Aber erinnern
wir uns doch dessen, was ein Kunstgenufs, der uns wirklich „gepackt"
hat, für uns selbst bedeutet hat; dafs er in uns ein Gefühl der Er-
hebung hervorgerufen hat, das uns über mancherlei hinwegzuhelfen
vermochte und uns wieder leistungsfähiger, spannkräftiger,
arbeitsfreudiger machte, wenn wir müde und hoffnungslos
waren. Und selbst wenn solche Folgen, die ja naturgemäfs selten
sind und nur bei sehr starken Kunsteindrücken sich einstellen,
ausbleiben, die momentane Freude, das momentane Lustgefühl, das
in uns beim Geniefsen des Schönen aufsteigt, ist es nicht hin-
reichend, um sich dessen, dafs es überhaupt dergleichen giebt, zu
freuen! Und wer kann denn behaupten, dafs diese momentane Lust
am Schönen ganz wirkungslos bleibt! Ein Gefühl, das einmal an-
geregt worden ist, verschwindet nicht und kann gar nicht völlig
spurlos wieder verschwinden. Und endlich: es soll ja gar nicht blols
bei einem einmaligen Gefühle bleiben. Durch ständige Darbietungen
von Kunstgenüssen tritt ja eine Summation von solchen Lust-,
von solchen Freudegefühlen ein, wie ich sie beschrieben habe.
Und nicht nur dies; es wird dadurch auch die Empfängnis-
fähigkeit für solche Gefühle und weiterhin damit das
Verständnis des Schönen gesteigert.
Ethisch-religiöse Volkserziehung. Ethische Kultur.
§ 65.
Obliegt es dem Staate in seiner Eigenschaft als Bildungs-
gemeinschaft, wie für die Erziehung der Jugend so auch für ge-
eignete Veranstaltungen zu sorgen, welche den mannigfachen
Bildungsbedürfnissen der Erwachsenen Rechnung zu tragen ver-
mögen, wobei, namentlich was die Volkserziehung betrifft, die Ge-
meinde ihn zu unterstützen und zu vertreten die Aufgabe und die
Pflicht hat, so liegen die Dinge hinsichtlich der ethisch-religiösen
Volkserziehung etwas anders. Nicht als ob die ethisch-religiöse Bil-