Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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592 IV. Teil. Kinderscliutz und Volkserzieliung.
werden empfohlen: 1. Ich hatte einst ein schönes Vaterhaus von
Lassen, 2. Vor meiner Wiege von Franz Schubert, 3. Wiegenhed
von Löwe, 4. Warum soll ich denn wandern von Schumann,
5. Der letzte Grufs von Levi. Man sieht, dafs Luther dem mo-
dernen Element einen weiten Spielraum gewährt und das
mit Recht. Sicherlich soll man die älteren Dichter und im be-
sonderen unsere Klassiker nicht vernachlässigen, aber man darf
eben auch nicht die „Modernen" aufser Acht lassen, wie dies leider
nur zu oft geschieht. Gerade in Übergangszeiten wie der unsrigen
ist das ganz verkehrt; die überlieferte Formensprache stöfst da
überall auf scharfen Protest, ebenso wie auch die von den älteren
Dichtern behandelten Stoffe in solchen Gärungsperioden, in denen
eine ganz neue Welt- und Lebensanschauung sich Bahn bricht
und durchringt, alles in einem Werdeprozesse sich befindet, die
gesamte Kulturgesellschaft und alle ihre Begriffe von Grund aus
erschüttert sind, nur eine geringe Anziehungskraft auszuüben ver-
mögen. Da gehört unser Herz in erster Reihe dem frohmütigen
Wagen derer, welche in der Seele dieser aufgewühlten Gesellschaft
zu lesen und etwas von dem befreienden Worte, nach welchem sie
sich sehnt, auszusprechen vermögen; da sympathisieren wir vor-
zugsweise mit dem Bestreben derer, welche den Stoff zu ihren
Dichtungen der Gegenwart entnehmen und denselben uns in ganz
neuen B'ormen darzubieten sich bemühen. Wir begrüfsen das
freudig als eine unserer eigenen Stimmung entsprechende Oppo-
sition gegen eine uns gänzlich verbraucht und vernutzt erscheinende
Art, Wirklichkeit aufzufassen und darzustellen. Erst wenn die
Zeiten wieder ruhiger geworden sind, die hochgehenden Wogen
sich mehr geglättet haben, die Stimmung weniger kampflustig,
gleichmäfsiger und abgeklärter geworden ist, können wir von
neuem an der Kunst früherer Zeiten ungetrübtes Wohlgefallen
finden.
Eine sehr empfehlenswerte Einrichtung, um auch kleinere
Orte mit gediegenen Kunstgenüssen zu versorgen, ist die von
Löwenfeld angeregte der wandernden Dichterabende; ganz
besonders gilt das bezüglich dramatischer Darbietungen, üm dem
Volke überall gute theatralische Aufführungen zugänglich zu
machen, befürwortet Löwenfeld die Bildung von „Städtebund-
Theatern". Städte, welche allein nicht imstande sind, ein Theater
zu unterhalten, sollten sich zur Erhaltung eines gemeinsamen
Theaters zusammenthun, dessen materielle Sicherheit die jeweils
verbundenen Städte zu verbürgen hätten. Die Leitung könnte in