Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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590 IV. Teil. Kinderscliutz und Volkserzieliung.
füllt war. In Wiesbaden ist es der „Volksbildungsverein", welcher
für Volksunterhaltungen sorgt. Im Winter 1897/98 fanden „unter
stärkstem Andrang des Publikums" 3 Volksunterhaltungsabende
statt, ,,bei denen Künstler, Künstlerinnen und GesangYereine bereit-
willig mitwirkten". Aufserdem erfreuten sich die im königlichen
Theater zu bedeutend ermälsigten Preisen veranstalteten 5 Volks-
vorstellungen : „Iphigenie auf Tauris", „Der eingebildete Kranke",
zweimal aufgeführt, „Leonore" und „Die Journalisten", der regsten
Teilnahme; den Vorverkauf der Billette besorgte der Verein. Auch
im Winter 1898/99 wurden wiederum 3 Volksunterhaltungsabende
und 5 Volksvorstellungen veranstaltet: „Emilia Galotti", „Minna
von Barnhelm", „Das weifse Röfs'I", zweimal gegeben, und „Fideho";
zu „Fidelio" und „Minna von Barnhelm" fanden je am Vorabend
erläuternde Vorträge statt. Im Winter 1899/1900 fanden im könig-
lichen Theater 8 Volksvorstellungen statt: „Iphigenie" (zweimal),
„Der Mennonit", „Im weifsen Röfs'I", „Fidelio", „Kabale und Liebe",
,,Freischütz" und „Minna von Barnhelm". Aufserdem konnte der
Verein das Residenztheater für 4 Vorstellungen pachten und infolge
dessen die Preise der Plätze nach eigenem Belieben festsetzen.
Auf diese Weise war es möglich, den Minderbemittelten 120
Balkonplätze zu 0,25 Mark, 110 Plätze im II. Sperrsitz zu 0,40
Mark, und 220 Plätze im I. Sperrsitz zu 0,50 Mark zur Verfügung
zu stellen. Es kamen zur Aufiührung: „Goldgrube", „Hofgunst",
„Der Probekandidat" und „Der Biberpelz". Sonstige Volksunter-
haltungsabende, darunter eine Goethefeier, wurden 4 abgehalten.
§ 64.
Was die Gestaltung von Volksunterhaltungen betrifft, so
können dieselben einen mehr familiär-gemütlichen oder auch einen
rein theater- oder konzertmäfsigen Anstrich haben. Man wird
gut daran thun, wenn man das eine wie das andere berücksichtigt,
so und so gestaltete Volksunterhaltungen einrichtet und pflegt.
Bei der letzteren Gattung handelt es sich um Kunstdarbietungen,
wie sie auch in den Theatern und Konzerten geboten werden,
welche nur gegen teures Eintrittsgeld dem Publikum zugänglich
sind. Alles Dilettantische mufs durchaus davon ferngehalten
werden; dergleichen ist in den geselligen Vergnügungsvereinen,
welche sich in den verschiedenen Berufskreisen bilden, und in
Privatgesellschafts-Zirkeln am Platze. Bei den künstlerischen Ver-
anstaltungen sind der Hauptsache nach drei Kategorien zu unter-
scheiden: dramatische Aufführungen, also Theatervorstellungen,