Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 63. Ästhetische Volkserziehung. Volksunterhaltungen. 583
welche in Betracht kommen, sind Volksunterhaltungsabende, musi-
kalische, deklamatorische und dramatische, und Museums- und
Gallerieführungen. Zudem müfsten die vorhandenen Kunstsamm-
lungen nicht blofs an einigen Vormittagsstunden, wie dies jetzt
üblich ist, sondern den ganzen Tag und einen Teil des Abends,
auch Sonntags, geöffnet sein; denn sonst wird deren Besuch ja
den arbeitenden Klassen so gut wie unmöglich gemacht.
Museumsführungen, bei denen es sich allerdings nicht
nur um Besichtigung von Kunst-, sondern auch von wissenschaft-
lichen Sammlungen handelt, finden jetzt bereits hier und da statt,
so in Berlin seit dem Winter 1896, wobei sich herausgestellt hat,
dafs diese Führungen wirklich einem Bedürfnis entsprechen. Diese
Führungen werden von Fachgelehrten geleitet; Eintrittskarten, die
den Umständen gemäfs nur in beschränkter Anzahl ausgegeben
werden, sind unentgeltlich zu haben. In den Monaten Januar bis
Mai 1898 fanden, nach dem mir vorliegenden Bericht, u. a. fol-
gende Besichtigungen statt: die Skulpturensammlung im könig-
lichen alten Museum und zwar die pergamenischen Skulpturen
und die Bildhauerkunst der Griechen und Römer; die Baukunst
der alten Griechen im königlichen neuen Museum; die Gemälde-
gallerie des alten Museums und zwar die italienischen Maler des
15. und 16., die französische und spanische Malerei vom 16. bis
18. Jahrhundert, die holländische Malerschule; im neuen Museum
die Kaulbacbschen Wandgemälde u. a. m. Die Beteiligung war,
nach mir zugegangenen brieflichen Mitteilungen, eine aufserordent-
lich befriedigende. Die Führer hielten bei der Besichtigung er-
läuternde Vorträge. Auch in Wien finden Führungen durch die
kaiserlichen Museen statt, veranstaltet vom „Wiener Volksbildungs-
Verein", desgleichen in Frankfurt a. M., wo die Zutrittskarten so
„stürmisch" begehrt werden, dafs man nicht daran zweifeln kann,
dafs diese Einrichtung eine treffliche und sehr notwendige ist. In
Wien trägt man sich zudem mit dem Plane, Wandermuseen ein-
zuführen in Verbindung mit volkstümlichen Vorträgen über Kunst.
In Kassel wurde im Sommerhalbjahr 1896 damit begonnen, in der
königlichen Gemäldegallerie die Werke der hervorragendsten Maler
zu zeigen und zu erklären: die Gallerie war zu diesem Zwecke
jeden Sonntag um 8 Uhr geöffnet. Vorträge hielten u. a. Prof.
Knackfufs und die Maler Ahnert und Kleinschmidt. Erwähnt sei
besonders noch, dafs in Petersburg ein angesehner Grofskauf-
mann eine dem Volke dienende, jedermann unentgeltlich zugäng-
liche „Gallerie für schöne Künste" aufführen läfst. Als eines der