Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
Bekijk als:      
Scan: Afbeeldinggrootte:
   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Vorige scan Volgende scanScanned page
§ 4. Grenzen der Erziehung. 8CH00LMÜ8EUM
erobernden Spaniern die Kaziken, dafs bisweilen sich über den
rauchenden Schlund ein Kraterweib erhebe, um Opfer in Empfang
zu nehmen. Und im plutonischen Mythenkreis der alten Griechen
ist der Einflufs des unermüdet pochenden und hämmernden Strom-
boli, ebenso wie in dem Mythenkreis der alten Ägypter der der
ganz anders gearteten, mit dem Nil und seinen Überschwemmungen,
mit der Wüste und den durch sie bedingten meteorologischen
Phänomenen zusammenhängenden Erscheinungen unverkennbar.
In allen diesen Fällen handelt es sich freilich vielmehr um
Wirkungen der Naturumgebung, die wir an der Gesamtheit be-
obachten können, also um den unter dem Einflüsse des Natur-
Milieus sich bildenden Stammes- oder Volkscharakter, als um
Wirkungen, die bei dem Einzelnen, im besonderen bei dem Kinde,
in die Erscheinung treten. Was das letztere betrifft, so ist zu sagen,
dafs für derartige Daten noch so gut wie ganz die empirischen Grund-
lagen fehlen, aus Mangel an entsprechenden, an Kindern angestellten
Beobachtungen. Aber es ist doch anderseits auch der Rückschlufs
von der Gesamtheit auf den einzelnen und von dem Erwachsenen
wieder auf das Kind durchaus gerechtfertigt, ja geradezu geboten,
da der Einzelne nur Teil der Gesamtheit, Glied und zwar organisches
Glied, Knospung gleichsam derselben ist. Vornehmlich gilt das von
dem Kinde, das mit dem Ganzen noch viel inniger zusammenhängt
als der Erwachsene. Zudem ist zu bedenken, dafs, wo der Einflufs
der Naturumgebung auf das Kind eine Wirkung in dem angedeuteten
Sinne nicht unmittelbar hervorbringt, das doch mittelbar der
Fall ist, indem die Gemeinschaft die auf sie ausgeübte
Wirkung durch Handlungsweise und Mitteilung auf das
Kind überträgt. Übrigens giebt es aufser den angegebenen, in
erster Linie an der Gesamtheit wahrnehmbaren Wirkungen des
natürlichen Mediums auch solche, die wir beim Einzelnen eben-
falls ohne grofse Mühe beobachten können. So ist der Hoch-
gebirgsluft ein aktiv wirkender Antrieb zur Bethätigung der Körper-
kräfte eigen, den wir an jedem einzelnen Gebirgsbewohner, von
früher Jugend an, wahrnehmen: derselbe bewegt sich unter gleichen
Verhältnissen nicht nur viel mehr, sondern auch weit energischer
als der Bewohner der Ebene. Und da er, um sich zu bewegen,
in der Regel keine andere Möglichkeit hat, als indem er an- oder
absteigt, übt er seine Körperkräfte in viel höherem Mafse als der
Ebene-Bewohner. Daraus resultiert eine gröfsere Frische, die sich
auf charakterologischem Gebiete in höherem Stile als Kühnheit,
die oft bis zur Verwegenheit fortschreitet, in niederem als