Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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40 I- Teil. Die pädagogischen GrundbegriflFe.
Wirkungen gelten lassen, nämlich als Wirkungen zweiten Grades, als
vermittelte oder mittelbare, selbstverständlich nicht als unmittelbare
Wirkungen. Als Beispiel des unter der Wirkung eines düsteren
Himmels, eines rauhen Klimas, einer unfreundlichen See, eines an
felsigen Lavaströmen, unwirtlichen Gletschern und menschenfeind-
lichen Schneefeldern reichen Landes entstandenen schwermütigen
Ernstes kann man den Isländer betrachten, in dessen Charakter dieser
Ernst als Grundzug allen Beobachtern auffällt. Die Verschiedenheit im
Charakter der Batta und der Javaner führt der durchaus nüchterne
Völker- und Naturforscher Junghuhn gröfstenteils auf die Ver-
schiedenheit der landschaftlichen Umgebung zurück, in welcher
beide Völker leben. Der Javane, in Tiefländern wohnend, ver-
borgen im Schatten von die freie Aussicht hemmenden Bäumen,
rings umstarrt von hohen vulkanischen Kegelbergen, ist klein-
herzig und zaghaft, von kriechender und knechtischer Unterwürfig-
keit. Der Charakter der Batta, welche auf einer 4000 Fufs hohen
Hochebene wohnen, wo der Blick weit in die Ferne zu schweifen
vermag, über die sich nur niedrige, mit schlanken und luftigen
Fichten besetzte Hügelzüge erheben, ist kühn und offen, stolz und
gerade. Beugen sich die Javaner unter den Willen von Despoten,
so ist die Verfassung der Batta frei. Sicherlich haben dabei auch
andere, kulturelle, geschichtliche Faktoren mitgespielt; aber es
wäre thöricht, wollte man die Wirkung der natürlichen einfach
leugnen.
Zweifellos sind ebenfalls die Unterschiede im Aberglauben
teilweise auf die Verschiedenheit der Naturgewalten zurückzuführen.
Ob Grad-Unterschiede des Aberglaubens auf solchen der Natur-
gewalten beruhen, so dafs stärkere ihn an der einen Stelle nähren,
schwächere ihn an einer anderen zu minder üppiger Entfaltung
kommen lassen, diese Frage hingegen ist kaum mit Sicherheit zu
entscheiden. Dafs aber gewissen Gegenden eignende Naturge-
walten dort einen gewissen Aberglauben hervorrufen, dafür sprechen
mannigfache Berichte über die Rolle, welche vulkanische Er-
scheinungen , Erdbeben u. a. m. in den religiösen Anschauungen
solcher Stämme und Völker spielen, deren Siedelungen darunter
zu leiden haben. Ja, es ist gar nicht einmal das unbedingt dazu
erforderlich; sondern es genügt häufig schon, dafs die Erschei-
nungen den Menschen unerklärlich sind und darum ihr Gemüt mit
Schreck und Furcht erfüllen. So spielt nach Reifs der ununter-
brochen arbeitende Sangay in den religiösen Anschauungen der
Yivaros eine gewisse Rolle. Vom Vulkan Massaya erzählten den