Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 62. Volkstümliclie Vorträge und Vorlesungscyklen. 567
erforderlichen Autorität auftreten könnte. In erster Linie kämen
nun offenbar, wenn wir von den theoretischen Forderungen uns
ihrer praktischen Realisierung zuwenden, die akademischen Lehrer
in Betracht. Aber da stofsen wir doch auf mancherlei Schwierig-
keiten und Hindernisse. Der akademische Lehrer ist freilich Ge-
lehrter und Lehrer, und man betont heutzutage sehr, dafs er beides
und nicht blofs ein grofser Gelehrter sei. Jedoch ist es noch
zweierlei, ein guter Universitäts- und ein tüchtiger Volksdozent
zu sein. Aber sicherlich wird das bei vielen der Fall sein, und
so würden diese sich der Aufgabe unterziehen müssen. Nehmen
wir an, dieselben seien auch alle für die Sache begeistert; werden
sie dann unbedenklich die Last auf sich nehmen? Die älteren unter
ihnen haben meist mit ihren Berufsobliegenheiten schon genug zu
thun; die jüngeren müssen fürchten, in ihrer Laufbahn hinter
denen zurückzubleiben, die ruhig in ihrem Fache weiter gearbeitet
haben. Ganz Ahnliches gilt bezüglich aller sonstigen Lehrer.
Somit mufs man für die Schaffung eines besonderen Standes
von Volkshochschullehrern eintreten. Gewissermafsen den
Stamm derselben könnten die zu Volksdozenten sich eignenden
TJniversitätsdozenten, deren Zeit es ihnen ermöglicht, auch als
Volkslehrer thätig zu sein, bilden; unter ihrer Leitung würden die
besonderen Volkshochschullehrer herangebildet werden: tüchtige
junge Fachgelehrte, welche sich ganz diesem Berufe widmen wollen.
Bei deren Ausbildung, abgesehen von dem rein Fachlichen, ist
hauptsächlich darauf zu sehen, dafs sie sich einen guten Vortrag
aneignen. Der Volkshochschullehrer mufs gewandt und leicht und
zwar frei sprechen können. Zu diesem Zwecke müssen an den
Universitäten besondere Vortragsseminare eingerichtet werden,
in denen auch einzelne, als Volkslehrer bewährte Dozenten Muster-
vorträge mit Diskussionen halten. Ferner müssen die angehenden
Volkshochschullehrer häufig während der Vorträge der älteren,
schon bewährten hospitieren. Die Schaffung eines besonderen
Volkshochschullehrerstandes macht natürlich eine auskömm-
liche Bezahlung der betreffenden Dozenten nötig. Gegenwärtig
bleibt in dieser Beziehung noch viel zu wünschen übrig; die
amerikanischen und englischen Sätze sind jedoch schon ganz an-
nehmbar. In Jena erhält der Volksdozent für einen 6—8 stün-
digen Kurs 120 Mark, also 15—20 Mark pro Stunde, in Wien
wird die Stunde mit 30 Mark, in England und Amerika mit
40—80 Mark honoriert.
Was das Unterrichtsverfahren betrifft, so ist bereits