Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 60. Öfifentliche Lesehallen und Volksbüchereien. 561
Ferien an drei Wochentagen nachmittags je 1200 Kinder von
weniger bemittelten Vereinsgenossen auf Pferdebahnwagen aus der
inneren Stadt in den Wald hinaus befördert und in je 12 Wald-
reviere verteilt, wo sie unter Leitung männlicher und weiblicher
Personen sich am Spiel ergötzen. Bei der von der Kultur-
Pädagogik vorgesehenen Einrichtung der Erziehungshäuser würde
diese Gestaltung von Volksheimen oder Klublokalen in Wegfall
kommen. Die Unterhaltskosten der Dresdener Volksheime trägt
der Verein „Volkswohl", welcher, mit 20 Mitgliedern begründet, im
Jahre 1895 über 4400 Mitgheder zählte, die einen Jahresbeitrag
von mindestens 2 Mark zu zahlen haben; manche Unbemittelte
haben allerdings nur im Sommer oder nur im Winter ihren Viertel-
jahrsbeitrag von 0,50 Mark gezahlt. Trotzdem erreichten schon
1894 die jährlichen Mitgliederbeiträge die Höhe von 11954,60
Mark, und aufserdem wurden dem Verein als Geschenke von ge-
meinnützig denkenden Dresdenern 6654,63 Mark gespendet. Im
Jahre 1895 stiegen die Beiträge der Mitglieder auf 14 147,40 Mark.
Zudem erhält der Verein von 1896 ab jährlich die Zinsen eines
Kapitals von 50 000 Mark ausgezahlt, laut testamentarischer Be-
stimmung des verstorbenen Kommerzienrates Bienert. Auch
Bremen besitzt ein Volksheim, gegründet vom Bremer „Verein
Volks wohl", der 1894 ins Leben trat. Die Mitgliederbeiträge sind
auf mindestens 5 Mark pro Jahr festgesetzt; auch kann die Mit-
gliedschaft durch Zahlung eines einmaligen Beitrages von 100 Mark
erworben werden. Zum Bau des Klub- oder Gesellschaftshauses
hat die Bremer Sparkasse aus ihren Überschüssen 60 000 Mark
hergegeben; eine Anzahl von Herren spendete 45 000 Mark für
die Ausstattung und als Betriebsfonds, und der „Bremer gemein-
nützige Bau verein", der im Jahre 1887 zusammentrat, überliefs
dem Volksheim ein Areal von 1745 Quadratmetern für Haus und
Garten unentgeltlich. In Stuttgart besteht ein Arbeiterheim,
ferner ein sehr grofses und gut organisiertes Lehrlingsheim. Der
„Verein für Volkswohl" in Leipzig, dessen Bestrebungen von
Anfang an durch reiche Bürger und durch ansehnliche Jahres-
beiträge des Rates der Stadt gefördert worden sind, erfreut sich
eines eigenen, sehr stattlichen Vereinshauses, in welchem sich
Unterrichts- und Unterhaltungsräume, Lesezimmer und Bibliothek
und ein ansehnlicher Saal für gröfsere Abendunterhaltungen der
Mitglieder befinden. Innerhalb des Vereins besteht eine Sänger-
abteilung, eine deklamatorische Abteilung, eine Turnabteilung, ein
Klub Gabelsberger Stenographen, ein englischer und ein franzö-
Bergeman 11, Soziale Pädagogik. 36