Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 4. Grenzen der Erziehung. 8CH00LMÜ8EUM
weise und Ernährung auf die psycho-physische Beschaffenheit des
Organismus modifizierend einwirken, wie jedermann weifs. So
übt der Alkoholgenufs seitens der Kinder unzweifelhaft den
schädlichsten Einflufs auf die psycho-physische Beschaffenheit ihres
Organismus aus. Er macht sie nervös, stört ihre geistige und
körperliche Entwickelung und legt nicht selten den Grund zu
schweren Krankheiten und Entwickelungshemmungen des Gehirns.
Man vergleiche nur die von Bode unter dem Titel „Zum
Schutze unserer Kinder vor Wein, Bier und Branntwein"
herausgegebene Sammlung von Gutachten über die Einwirkung
der geistigen Getränke auf die leibliche, intellektuelle und sittliche
Gesundheit der Kinder, welche von einer Reihe der hervorragendsten
Ärzte erstattet worden sind.
Betrachten wir nun die Einflüsse des Milieus im einzelnen.
Was zunächst die von der Natur ausgehenden Einwirkungen be-
trifft, so sind dieselben sehr verschieden, je nachdem das Kind
auf dem Lande oder in der Stadt, in der Einsamkeit oder in einer
infolge ihrer mineralischen oder sonstigen Schätze gewerbreichen
Gegend aufwächst. Auf dem Lande und in der Einsamkeit aufwachsende
Kinder gewinnen schon frühe Naturanschauungen und Naturinteresse.
Stadtkinder und Kinder in gewerbreichen Gegenden interessieren sich
mehr für Handel, Industrie und Gewerbe. Mit Bezug auf die eigent-
liche Beschaffenheit der heimischen Natur und ihren Einflufs auf die
Entwickelung des kindlichen Seelenlebens ist Folgendes zu sagen. Es
ist als ganz sicher anzunehmen, dafs die Bilder, welche die Natur
in die Seelen der Menschen wirft, auf das Gemüt derselben gewisse
Wirkungen ausüben, die allerdings nie allein, sondern stets zugleich
mit anderen ausgeübt werden, welche davon nicht zu trennen sind.
So disponiert eine rauhe und wilde Natur die Menschen zum Ernst, ja
zur Melancholie, eine lachende und freie hingegen zur Heiterkeit.
Freilich ist in ersterem Falle auch als mitwirkend der Umstand
zu betrachten, dafs eine solche rauhe und wilde Natur die Ge-
winnung der Nahrung und Notdurft, also den Kampf ums Dasein
erschwert, Unbehagen verursacht durch Kälte, Sturm u. dgl. m.,
Ermüdung bis zur Erschöpfung beim Ringen um die Existenz her-
vorruft, was alles in hohem Grade dazu angethan ist, auf die
Stimmung des Menschen in trübendem Sinne zu wirken. Gerado
die entgegengesetzte Wirkung wird in einer lachenden und freien
Natur verstärkt durch die von dieser gebotenen leichten und mühe-
losen Lebensbedingungen. Aber anderseits können wir doch diese
Wirkungen ebenfalls auf die Natur zurückführen, als Natur-Milieu-