Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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560 IV. Teil. Kinderscliutz und Volkserzieliung.
bibliotheken und eine davon getrennte Lesehalle des , Zweigvereins
der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung'; städtischer
Zuschufs 3—4000 Mark. Wüstegiersdorf: Volkslesehalle und
Bücherei, vom „Gewerbeverein' ins Leben gerufen. — Man sieht,
wie wenig noch bei uns die staatlichen und kommunalen Behörden
für die Volksbildung thun, und wo etwas von dieser Seite ge-
schieht, da geschieht es nicht selten in einseitiger Weise. Häufig
schliefsen die staatlich und städtisch subventionierten Lesehallen
die politischen Zeitungen ganz aus, so in Charlottenburg und
Königshütte, oder sie verbannen die sozialdemokratischen Zeitungen,
so in Bonn und Neusalz.
Bezüglich der räumlichen Unterbringung von öffent-
lichen Lesehallen und Bibliotheken bemerke ich, dafs ich für die
Errichtung gröfser Klubhäuser eintreten möchte. In denselben
müfsten geeignete Lese- und Bibliotheksräume, ferner auch gleich
Zimmer zur Abhaltung von Vorträgen und zur Aufstellung von,
für diese erforderlichen Karten, Apparaten und Instrumenten, ich
denke dabei an geographische und naturwissenschaftliche Vorträge,
vorhanden sein. Endlich wäre ein gröfser Saal für öffentliche
Unterhaltungen in dem Klubhause vorzusehen. In besonderen
Räumen, getrennt von den anderen, auch den Leseräumen, könnten
Erfrischungen, Efswaren und Getränke mit Ausnahme alko-
holischer, verabreicht werden, natürlich gegen Entgelt. In
diesen Räumen hätten alle die, welche Aussprache suchen, Ge-
legenheit, Tagesfragen und dergleichen mit Gesinnungsgenossen zu
besprechen, ohne wie in den Restaurants dem lästigen Verzehrs-
zwang unterworfen zu sein. Eine ähnliche, wenngleich in ge-
wisser Beziehung nicht so umfassende, in anderer hingegen noch
umfassendere Einrichtung hat Böhmert in Dresden ins Leben
gerufen. Im Zeiträume von sieben Jahren sind daselbst von dem
Verein ,Volkswohl' unter Böhmerts Leitung vier „Volksheime'
und ferner noch ein „Lehrlingsheim' und „Mädchenheim" mit
Dienstbotenvermittelungsstelle gegründet worden. Das älteste der
Dresdener „Volksheime" befindet sich in einem gemieteten städti-
schen Grundstück und ist mit grofsen Kinderspielplätzen und einem
schönen Garten verbunden, in welchem im Sommer wöchentlich
einmal abends unter freiwilhger Mitwirkung zahlreicher Gesang-
vereine Volkskonzerte im Freien stattfinden. Das neueste, vierte
Volksheim ist auf einem für 20 Jahre gepachteten, 23 Hektar
grofsen Waldareal des Staatsfiskus dicht an der Stadt erbaut. Es
werden in diesen Waldpark im Sommer an zwei und während der