Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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556 IV. Teil. Kinderscliutz und Volkserzieliung.
zunächst die Kosten der Armenpflege in den Städten
verringert. Allmählich hat sich ferner auch die Krimi-
nalität gebessert, und es hat sich endlich gezeigt, dafs
dem Alkoholismus und seinen Folgen auf diesem Wege
besser als durch Zwangsmafsregeln gesteuert worden
ist. Ob die deutschen Magistrate sich daraufhin veranlafst fühlen
werden, der Sache näher zu treten, bleibt abzuwarten. Allzugrolse
Hoffnungen möchte ich nicht daran knüpfen nach den bisher ge-
machten Erfahrungen. Und wo sich die Magistrate gerührt haben,
haben sie meistens nur Stückwerk geschaffen, wie z. B. in Char-
lottenburg und Bonn, wo man den fundamentalen Grundsatz der
Parität von vornherein hat unter den Tisch fallen lassen.
Wie es in dieser Beziehung um die staatlich subventionierten
sächsischen Volks- und Arbeiterbibliotheken steht, weifs ich
nicht; bei den reaktionären Tendenzen, welche im Königreich
Sachsen herrschen, wird man annehmen dürfen, dafs der Grund-
satz der Neutralität dort nicht befolgt wird. Was die genannten
Bibliotheken betrifft, so wurden von 1876 bis 1889 jährlich
15 000 und seitdem jährlich 18000 Mark zur Unterstützung der-
selben aus Staatsmitteln in den Etat eingestellt. Alljährlich er-
halten 250 bis 350 solcher Bibliotheken Staatsbeihilfen, die sich
in einzelnen Fällen auf mehrere hundert Mark belaufen. Das
sächsische Kultusministerium hat bezüghch dieser Unterstützung
folgende Grundsätze betont: ,1. Die Hauptfürsorge für solche
Bibliotheken ist der Selbstthätigkeit und dem Gemeinsinn der
Staatsangehörigen und Gemeinden zu überlassen. 2. Die Mit-
wirkung des Staates hat sich a) auf die Anregung der Begrün-
dung neuer Volks- und Arbeiterbibliotheken, b) auf thunlichste
Fernhaltung von Mifsgriffen in der Auswahl der in solchen Biblio-
theken einzustellenden Bücher (! !) und c) auf Geldbeihilfen zur
Beschaffung von Büchern zu beschränken. 3. Bei Bemessung der
Bewilligungen werden die Bezirksversammlungen sowie der Bezirks-
schulinspektor gutachtlich gehört. 4. In die Volksbibliotheks-
ausschüsse der Dorfgemeinden sind in der Regel der Ortsgeistliche
und Lehrer mit aufzunehmen." Ein Musterkatalog für Volks-
bibliotheken wurde unter Mitwirkung der Bezirksschulinspektoren
im Kultusministerium zusammengestellt. Die Wirkung jener staat-
lichen Mafsregel zeigt sich darin, dals die Zahl der sächsischen
Gemeinden mit Volksbibliotheken von 1875—1893 von 165 auf
1031, die Zahl der Volksbibhotheken selbst von 196 auf 1065
gestiegen ist. Von je 100 sächsischen Gemeinden hatten im Jahre