Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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554 IV. Teil. Kinderscliutz und Volkserzieliung.
vielmehr ein finsterer und recht wenig anheimelnder Raum; die
Lesehalle in der Ravenéstrafse soll freundlicher sein. Auch die aus
privaten Mitteln gegründete und im Oktober 1899 eröffnete Lese-
halle im Gartenhaus des Grundstücks Alexandrinenstrasse 26 wird
als anheimelnd, freundlich und geräumig gerühmt. — Betrachten
wir die Verhältnisse in Frankreich, so finden wir, dafs im
Département der Seine in drei Jahren, von 1889 bis 1891, 700
Volksbibliotheken gegründet worden sind. In Paris bestanden im
Jahre 1879 erst 11 Munizipal-Bibliotheken, welche kaum 60 000
Bände 'ausliehen. Im Jahre 1891 besafsen daselbst 64 solcher
Anstalten 251670 Bände mit 1490876 Benützungen; der Jahres-
aufwand beträgt ungefähr 250 000 Francs. Diese Büchereien sind
in 20 Mairien untergebracht und stehen täglich, aufser Sonntags,
2 Stunden des Abends zur Verfügung. Nach Steenbergs An-
gaben auf der internationalen Bibliothekskonferenz, die im Sommer
1898 in London abgehalten wurde, besitzt Schweden gegen 3000
Volksbüchereien mit etwa 1 000000 Bänden. Auch besteht in Stock-
holm in dem Hause Juedalsgatan Nr. 2 seit dem 11. November 1898
eine öffentliche Lesehalle, welche in den ersten 13^/2 Monaten ihres
Bestehens von 9543 Personen besucht wurde. In Norwegen besitzt
Bergen die gröfste öffentliche Bücherei; sie enthält 72000 Bände.
Auch giebt es hier in vielen Dörfern kleine Büchereien. Die jähr-
liche Staatsbeihilfe beträgt insgesamt 22 000 Mk.; dafür verlangt die
Regierung aber, dafs die Gemeinde die bezüglich gleiche Summe
beisteuert: die Gemeinde wird damit Eigentümerin, darf den Staats-
zuschufs jedoch nur zum Ankauf von Büchern verwenden. Die
ländlichen Büchereien enthalten jede mehi-ere hundert Bände.
Dänemark besitzt seit 1888 in der Hauptstadt 7 Volksbüche-
reien, von denen 2 mit Lesezimmern verbunden sind: die Stadt
giebt dafür jährlich 18 000 Mark; jeder Leser entrichtet monatlich
0,20 Mark. Die Zahl der Bände beträgt in allen 7 Büchereien
25 000, die Zahl der Leser, welche gröfsten Teils Handwerker
und Arbeiter sind, gegen 4300, die Zahl der entliehenen Bücher
gegen 29 000 pro Jahr. Auch in den Landstädten bestehen Volks-
bibliotheken, welche von den Gemeinden unterstützt werden. Die
Dörfer besitzen vielfach Kirchspielbüchereien, unter 1700 Land-
gemeinden etwa 1100, also fast zwei Drittel. Auf einer dänischen
Insel besteht eine Wanderbücherei mit einer Hauptstelle, von der
aus nach verschiedenen Ortschaften Bücherkisten gesandt werden.
Der Staat unterstützt die Bibliotheken in doppelter Weise: er
wirft jedes Jahr 16000 Mark aus, die durch einen Ausschufs an