Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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532 IV. Teil. Kinderscliutz und Volkserziehung.
Es ergab sich, dafs das Verständnis für die Notwendigkeit guter
Schlafräume zwar auch bei manchen Wohlhabenden fehlte; dafs
aber bei diesen, wie zu erwarten, die Schlafgelegenheiten der
Kinder stets viel besser waren als bei den Armen. Es schliefen
aus den betreffenden Klassen der drei Schulen
Nr. I: 14 Schüler in Räumen mit 31 Schläfern, 31 Betten, 515,79 cbm,
, II: 15 , , , , 45 , 40 , 538,64 ,
-III: S3 , , , ,135 „ 96 , 1244,45 ,
Danach kamen durchschnittlich bei
Nr. I: auf das Bett 1,00 Schläfer, auf den Schläfer 16,63 cbm,
, II: , , , 1,12 , , , , 11,97 ,
, III: , , , 1,40 . , . , 9,21 ,
Das Minimum an Raum pro Kopf war bei
Nr. I: 8,59 cbm (2 Schläfer, 2 Betten, 17,17 cbm),
, II: 6,29 , (5 , 3 , 31,12 , ),
, III: 3,50 , (9 , 6 , 31,50 , ).
Diese Zahlen sprechen wohl für sich selbst.
Aber nicht nur gesundheitliche Schädigungen bedingt das
erbärmliche Wohnen so vieler Kinder, sondern auch Schädigungen in
moralischer Beziehung; man bedenke doch, was bei dem zusammen-
gepferchten Wohnen die Kinder alles mit ansehen und mit an-
hören müssen; dafs dadurch diejenige Trennung der Geschlechter
verhindert wird, welche durch die einfachsten Begriffe der Sitt-
lichkeit und Schicklichkeit geboten ist.*) Dazu kommt das Schlaf-
gängerwesen, durch das nur zu oft Elementen, welche die Familien-
angehörigen moralisch vergiften, der Zutritt in die Familien gewährt
wird. Nach dem Bericht über die Volkszählung vom Jahre 1890
wurden in Berlin beispielsweise 99615 Haushaltungen mit Kindern
in Wohnungen von einem heizbaren oder nicht heizbaren Zimmer,
einschliefslich der Schiffshaushaltungen und Wohnungen, welche
nur aus Küche bezw. Gewerberaum bestanden, gezählt. In diesen
Haushaltungen gab es 1 Kind 37 750, 2 Kinder 28 816, 3 Kinder
17186, 4 Kinder 8997, 5 und mehr Kinder 6866 mal. Von ihnen
hatten, von Gewerbegehilfen abgesehen, Einmieter 2510, Schlaf-
gänger 16 728, gleichzeitig Einmieter und Schlafgänger 157, und
zwar waren ein Schlafgänger in der Haushaltung 11167, zwei
4617, drei 1243, vier und mehr 226 mal vorhanden. Die Über-
füllung der Wohnungen untergräbt das Familienleben aber auch
noch in anderer Richtung: sie stört den „ruhigen Ablauf der ge-
*) Man vergleiche auch: KureIIa, „Wohnungsnot und Wohnungs-
jammer