Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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530 IV. Teil. Kinderscliutz und Volkserziehung.
Die Sterblichkeitsziffer wächst hier also ungefähr in dem-
selben Mafse, wie das auf den Bewohner kommende Mafs an
Wohnraum und Luft abnimmt. Veranlafst durch Professor Praus-
nitz und Dr. Hermanner vom hygienischen Institut der Uni-
versität fanden in Graz Erhebungen statt, welche sich auf die
Sterblichkeit der Säuglinge in den Jahren 1890—95 bezogen,
und wobei nur Magen- und Darmkrankheiten berücksichtigt wurden.
Auch diese Erhebungen bieten interessante Belege, betreffend die
Beziehungen zwischen Gesundheitszustand und sozialen Verhält-
nissen. Der I. und der III. Bezirk von Graz, welche die vornehmeren,
freier und luftiger gebauten Strafsen enthalten, werden von der
besser gestellten Bevölkerung bewohnt; die Bezirke II, IV und V
machen das Fabriken- und Arbeiterviertel aus. Bei den Zählungen
fand man nun, dafs im 1. und III. Bezirk von 10 000 Bewohnern
an Darmkrankheiten im Alter von 0—1 Jahr 5,01 und 6,97 jähr-
lich sterben, dagegen im U. Bezirk 13,68, im V. 14,39 und im
IV. 18,5, also beinahe viermal soviel als in Bezirk I. Von 100
an Darmkrankheiten gestorbenen Kindern entfielen auf die Bezirke
I 5,6, HI 7,1, V 22,4, IV 27,3, II 37,6 dieser Todesfälle: im
Bezirk II also siebenmaL soviel als im vornehmsten Bezirk. Die
Untersuchung über den Einfluls der Wohlhabenheit der Eltern,
welche die genannten beiden Verfasser in den „Jahrbüchern fiir
Nationalökonomie und Statistik' veröffentlicht haben, führt zu
folgenden Ergebnissen. Sie teilten die Einwohnerschaft in 4
Klassen und rechneten in die erste, die ärmste Klasse, die Tage-
löhner, in die zweite die Arbeiter, Gesellen, Dienstmädchen,
Köchinnen, Näherinnen u. s. f., in die dritte die kleinen Beamten,
Handwerksmeister, Gastwirte u. s. f., in die vierte die höheren
Beamten, Kaufieute, Hausbesitzer. Von 100 der im ersten Lebens-
jahre an Darmkrankheiten erfolgten Sterbefälle kamen auf die
Klasse
I II HI IV
(ärmste) (reichste)
1890 35,2 44,2 17,6 3,0
1891 26,4 57,3 14,5 1,8
1892 29,1 54,1 14,0 2,9
1893 30,5 55,0 12,2 2,3
1894 26,9 55,8 14,4 2,8
1895 26,3 52,6 19,2 1,9
durchschnittlich 29,4 52,6 15,5 2,5.