Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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524 IV. Teil. Kinderscliutz und Volkserziehung.
welche schulpflichtige Kinder, entgegen der Bestimmung des § 1, ver-
wenden, mit Geldstrafe bis zu 30 Mark und im Falle des Unvermögens
mit verhältnismäfsiger Haft bestraft." In Köln hat der Polizei-
Präsident ganz neuerdings eine Verordnung erlassen, wonach die
Beschäftigung schulpflichtiger Kinder in der Zeit von 7 Uhr
abends bis 8 Uhr morgens mit Kegelaufsetzen, Backwarenaus-
tragen u. s. f. untersagt worden ist. Für den Kreis Pinneberg
hat der Landrat Dr. Schleiff eine Polizeiverordnung, den Schutz
der Mietekinder betreffend, erlassen. Nach dieser bedarf derjenige,
welcher schulpflichtige Kinder gegen Lohn oder Kost und Kleidung
oder sonstigen Entgelt in sein Haus aufnehmen will, um sie aufser-
halb der Schulzeit zu häuslichen oder landwirtschaftlichen Arbeiten
zu verwenden, der vorherigen schriftlichen Erlaubnis der Orts-
polizeibehörde, die auch nur widerruflich und blofs dann erteilt
werden darf, wenn der Dienstherr durch Unterschrift eines Re-
verses die Einhaltung derjenigen Verpflichtungen dem Mietekinde
gegenüber zusichert, welche ihm die Ortspolizeibehörde auferlegt.
Die Ortspolizeibehörden sind angewiesen, den Dienstherrn durch
den Revers zu verpflichten, das Mietekind wie ein Mitglied seiner
Familie zu behandeln und insbesondere dafür zu sorgen, dafs es
nicht mit erwachsenen Dienstboten in einem Räume schläft, nicht
abends unbeaufsichtigt aufser dem Hause weilt, von dem Genüsse
von Tabak und geistigen Getränken abgehalten wird, seine Schul-
arbeiten ordentlich macht und in die Kirche geht. Das bayerische
Staatsministerium des Innern hat in sieben Städten durch die
Lokalschulbehörden Erhebungen veranstalten lassen, „um die er-
forderlichen Anhaltepunkte zur Ergreifung geeigneter Mafsregeln
auf Grund der bestehenden gewerbepolizeilichen oder allenfalls erst
zu erlassenden Vorschriften zu gewinnen." Eine grofse allgemeine
Enquête ist bekanntlich im Frühjahr 1898 auf Veranlassung des
Reichskanzlers in den deutschen Schulen veranstaltet worden. Jetzt
wird das Resultat dieser Enquête veröflentlicht. Es ist traurig
genug. Nach dem amtlichen Bericht wurden im Jahre 1898
532 283 Kinder unter 14 Jahren ermittelt, die aufserhalb der
Fabriken gewerblich thätig waren. Das sind unter Einrechnung
der Kinder in den nicht der Erhebung unterworfenen Landesteilen
6,53 ®/o aller schulpflichtigen Kinder. In den verschiedenen Staaten
sind die Zahlen natürlich verschieden. In Preufsen wurden 269 598
gewerblich beschäftigte Kinder ermittelt; das sind 5,18 ®/o aller
Schulpflichtigen. Den höchsten Prozentsatz erreicht Sachsen mit
22,8 ®/o; den niedrigsten weist Waldeck mit 0,58 "/o auf. Von