Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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516 IV. Teil. Kinderscliutz und Volkserziehung.
Familienangehörige und 83 fremde schulpflichtige Kinder beim
Betriebe von Windemaschinen eingestellt. Die regelmäfsige Arbeits-
zeit wird folgendermafsen angegeben: morgens vor der Schule von
6Y4 bis 7 Uhr, mittags von 12 bis 12^/2 Uhr und nachmittags
und abends von 4^/4 bis 9 Uhr. Aus dem Aufsichtsbezirk Barmen
wird mitgeteilt, dafs auch hier sehr viele schulpflichtige Kinder
zum Spulen herangezogen werden mit einer Arbeitszeit von durch-
schnittlich 4 Stunden pro Tag und zwar 1 Stunde vor Beginn
der Schule, 1 Stunde in der Mittagspause und 2 Stunden am
Abend. Dafs diese Beschäftigung von nachteiligstem Einflufs auf
die körperliche Entwickelung und Gesundheit sei, bedarf nach dem
amtlichen Bericht gar keines besonderen Beweises; wenn auch die
den Kindern zugemutete Arbeit keine schwere ist, so „darf doch
nicht unberücksichtigt bleiben, dafs beim Spulen die gebückte
Körperhaltung und die stets gleichartige Bewegung der Arme auf
die Dauer nicht ohne schädliche Einwirkung auf den kindlichen
Organismus bleiben kann." Von der häuslichen Zigarren-Industrie
heilst es in amtlichen Mitteilungen, dafs viele Kinder „in unge-
sunden Räumen" zum Nachteil ihrer Gesundheit beschäftigt werden.
In den meisten Bandwirkereien des Kreises Schwelm, „die als
Werkstätten mit motorischer Kraft und nicht als Fabrikbetriebe
anzusehen sind", wurden Kinder von 8—-12 Jahren mit dem
Spulen der Garne beschäftigt: „den Kindern wird fast gar keine
Zeit zum Spielen und zur Erholung in freier Luft gegönnt, ihre
Schularbeiten müssen sie in der Werkstatt machen", sagt der amt-
liche Bericht ausdrücklich. Wie traurig mufs es um den Gesund-
heitszustand dieser unglücklichen Kinder bestellt sein!
Endlich bedenke man, dals gar nicht wenige Kinder in
Ziegeleien und sogar in Steinbrüchen verwendet werden. So
wurde im Arnsberger Bezirk eine Anzahl Knaben im Alter von
9^/2—13 Jahren in der schulfreien Zeit in einem Steinbruche mit
Steinschlagen beschäftigt. So wurden ferner im Striegauer Kreise
nach dem Bericht des Breslauer Gewerberates Kinder in den Stein-
brüchen am Zobtenberge angetroffen. In dem angezogenen Be-
richt heifst es nun wörtlich: „Abgesehen von der anstrengenden
Beschäftigung, die das Schaufeln und Karren der Steine mit sich
bringt, ist die Schlagarbeit in dem harten Gestein mit vielen Un-
glücksfällen verbunden," die Gesundheit dieser Kinder also doppelt
und dreifach gefährdet. Dafs den in Ziegeleien arbeitenden
Kindern diese Arbeit nicht zuträglich ist, leuchtet von selbst ein:
der Ziegelstaub ist für die Atmungsorgane schädlich. Der „Arbeits-