Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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506 IV. Teil. Kinderscliutz und Volkserziehung.
Auge, so kann daher mit gröfser Wahrscheinlichkeit, wenn man
jene Zahlen verallgemeinert, behauptet werden, dafs, indem durch-
schnittlich jedes achte Kind zur Erwerbsthätigkeit verwendet wird,
die exorbitante Zahl von nahezu einer Million erwerbsthätiger
Kinder herauskommt. Im einzelnen ergeben sich natürlich sehr
verschiedene Prozentsätze, sowohl was die Art der Beschäftigung
als auch was die örtliche Verteilung der Arbeit betrifft. Auf
dem Lande sind im Durchschnitt 25®/o der Kinder erwerbsthätig;
in Städten sind die Prozentsätze grofsen Schwankungen unter-
worfen. Sehr günstig steht Stettin da mit 4,92 ®/o; Charlottenburg
zeigt ll,67o Knaben und 5,8®/o Mädchen, also 8,7"/o, Hannover
12»/o Knaben und 6o/o Mädchen, also 90/0, Berlin 18»/o Knaben
und 8"/o Mädchen, also 13 "/o und Hamburg nach Fechners An-
gabe 29,38 "/o. In Ortschaften mit stark entwickelter Industrie
oder hausindustrieller Beschäftigung kommen zum Teil horrende
Sätze vor: in Gera 13,1 »/o und zwar 12,12% Knaben zu 14,09»/»
Mädchen, in Mühlhausen 24,48%, in Altenburg 38,59 "/o und
zwar 34,5 "/o Knaben zu 32,6 "/o Mädchen, in Schmölln (Thüringen)
40,87 und zwar 38 »/o Knaben zu 43,75% Mädchen, in Langen-
bielau (Schlesien) 52,6 0/0, in Hohenstein-Ernstthal (Sachsen) 60®/o,
in Neuenbau (Meininger Oberland) 62,5%, in Hämmern (ebenda)
63,8 0/0, in Effelder (ebenda) 65,62 "/o, in Neufang (ebenda) 66,43%,
in Forschengereuth (ebenda) 72,11%, in Mengersgereuth (ebenda)
78,09%, in Schichtshöhn (ebenda) 80,34%, in Rabenäulsig
(ebenda) 81,39%. Bei einer von mir in Wenigen-Jena, einem
Vororte Jenas mit jetzt ca. 3—4000 Einwohnern, wo vorzugs-
weise die Arbeiterbevölkerung wohnt, im Sommer 1898 veran-
stalteten Enquête hat sich Folgendes ergeben. Der Ort zählte
559 schulpflichtige Kinder und zwar 283 Knaben und 276
Mädchen, welche die Ortsschule besuchten. Von diesen leisteten
Lohnarbeit 77 Knaben und 49 Mädchen, also zusammen 126
Schüler und Schülerinnen oder 22,45 "/q und zwar 27,20/o Knaben
zu 17,70/0 Mädchen.
Sehen wir weiterhin zu, wie lange diese Kinder arbeiten
müssen, so werden wir von neuem die traurigsten Erfahrungen
machen und Zahlen kennen lernen, die geradezu erschreckend
sind. Von den 2053 erwerbsthätigen Schülern aus 27 Hamburger
Knabenschulen begann die Arbeit im Herbst 1896: bei 1,5"/q
morgens um 3 Uhr, 2 "/o um 4 Uhr, 5,6 »/o um 5 Uhr, 18 "jg um
6 Uhr und später, und es arbeiteten 21,2% bis 9 Uhr abends,
8,90/0 bis 10 Uhr, 2,4 »/o bis 11 Uhr, 7,3% bis 12 Uhr. Aus