Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 55. Gefahren der Erwerhsthiltigkeit der Kinder. 505
arbeiter" in Schmollers „Jahrbuch der Gesetzgebung, Ver-
waltung und Volkswirtschaft" vom Jahre 1894. Dabei ist zu
bemerken, dafs unter jugendlichen Fabrikarbeitern verstanden wer-
den 1. Kinder zwischen 13 und 14 Jahren und 2. junge Leute von
14 bis 16 Jahren. Kach § 185 der „Gewerbeordnung für das deutsche
Reich" dürfen ja zwar Kinder unter 13 Jahren nicht mehr in
Fabriken beschäftigt werden, wohl aber Kinder über 13 Jahre,
sofern sie nicht mehr zum Besuche der Volksschule verpflichtet
sind. Und junge Leute von 14 bis 16 Jahren werden nach wie
vor ganz anstandslos in Fabriken zugelassen. Was die Dauer der
Beschäftigung der jugendlichen Fabrikarbeiter betrifft, so soll im
allgemeinen die Beschäftigung von Kindern, also von Personen
unter 14 Jahren, die Dauer von 6 Stunden täglich nicht über-
schreiten, während junge Leute von 14 bis 16 Jahren nicht länger
als 10 Stunden täglich beschäftigt werden dürfen. Jedoch sei
bemerkt, dafs mit dem 1. Januar 1901 noch folgende Bestim-
mungen in Kraft treten. In Werkstätten mit Motorbetrieb, in
welchen 10 oder mehr Arbeiter beschäftigt werden, dürfen Kinder
zwischen 13 und 14 Jahren, welche nicht mehr zum Besuche der
Volksschule verpflichtet sind, täglich 10 Stunden beschäftigt
werden. In Schleifer- und Poliererwerkstätten der Glas-, Stein- und
Metallverarbeitung darf hingegen ihre Beschäftigung über die
Dauer von 6 Stunden täglich nicht hinausgehen. Auch wird ver-
fügt, dafs die Arbeitsstunden der jugendlichen Arbeiter nicht vor
5^2 Uhr des Morgens beginnen und nicht über 8^/2 Uhr des
Abends dauern sollen. — Da nach den Grundsätzen der Kultur-
pädagogik die Volksschule ihre Schüler erst mit 16 Jahren ent-
läfst, so ist die Fabrikarbeit der jugendlichen Personen ebenfalls
in den Kreis der Betrachtungen hereinzubeziehen.
Nehmen wir nun zunächst einige allgemeine Zahlen, wie sie
z. B. Fechner angiebt, so erfahren wir, dafs in Orten, wo es sich
besonders um Kinderarbeit in Gewerbe und Hausindustrie handelt,
von 233 500 befragten Volksschülern etwa 13 »/ß, nämlich 30 500,
erwerbsthätig waren. Wird Berlin nach der amtlichen Statistik
hinzugerechnet, so erhält man 428 500 Kinder, von welchen rund
56 000, also auch 13 "/q, um Lohn arbeiten. Werden Erhebungen
in ländlichen Bezirken Ost- und Westpreufsens, Pommerns und
Nassaus hinzugenommen, so stellt sich die Zahl der befragten
Kinder insgesamt auf 646 173 mit 83500 oder 12,970 Erwerbs-
thätigen. Fafst man die gesamte schulpflichtige Jugend Deutsch-
lands, das Ende der Schulpflicht wie bisher üblich angesetzt, ins