Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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504 IV. Teil. Kinderscliutz und Volkserziehung.
fang, welchen die Kinderarbeit angenommen hat, unter ein-
gehenderer Erörterung der Ursachen zahlenmäfsig festzustellen.
Ehe ich daran gehe, will ich nur noch ganz kurz angeben, was
eigentlich unter Kinderarbeit in diesem Zusammenhange zu ver-
stehen ist.
Zunächst einmal, negativ genommen, fallen unter diesen Be-
griff nicht solche Arbeiten, zu denen das Kind gelegentlich im
elterlichen Haushalte, bei Bestellung des Gartens, bei der Besorgung
von Kommissionen u. dgl. m., herangezogen wird; auch die ge-
legentliche Mithilfe bei der Erwerbsthätigkeit der Eltern ist da-
von auszuschliefsen. Vielmehr wird, positiv gesprochen, ledighch
an solche Arbeiten dabei gedacht, welche gegen Lohn in
Gewerbe, Handel, Landwirtschaft, Fabrik- und Haus-
industrie von Kindern geleistet, genauer: 1. an Arbeiten, welche
gegen Lohn, Geld, Kleidung, Wohnung, Kost, bei irgend einem
fremden Arbeitgeber, 2. an Arbeiten, welche im elterlichen
Hause von ihnen ausgeführt werden entweder für fremde
Rechnung oder für den erwerbsmäfsigen Verkauf. Hier-
her sind auch solche Verrichtungen zu zählen, für die eigentlich,
nämlich unter ordnungsmälsigen Verhältnissen, wegen ihrer langen
Dauer oder ihrer Schwere eine ständige besondere Hilfskraft vor-
handen sein müfste, die aber den Kindern übertragen werden.
Was die Ausdehnung derartiger Kinderarbeit betrifft, so halte
ich mich bei der zahlenmäfsigen Darstellung an die Statistik dieses
Gegenstandes, soweit sie mir zugänglich war. Vieles wertvolle
Material findet man im besonderen in der Schrift von Agahd
„Die Erwerbsthätigkeit schulpflichtiger Kinder", ferner
in Zeitschriften zerstreut, z. B. in der „Sozialen Praxis", im
„Sozialpolitischen Centraiblatt", inder„Deutschen Schule"
und in der „Pädagogischen Zeitung".*) Sehr beachtenswert
ist auch eine neue litterarische Erscheinung „Die Spielwaren-
Hausindustrie des Meininger Oberlandes" von Stillich;
aufserdem ist zu erwähnen Dodd „Die Wirkung der Schutz-
bestimmungen für die jugendlichen und weiblichen
Fabrikarbeiter" und die „Statistik der jugendlichenFabrik-
*) Man vergleiche namentlich: „Pädagogische Zeitung' XXVII. Jahr-
gang, No. 27, worin enthalten ist der stenographische Bericht über den
Vortrag Fechners „In welcher Richtung und in welchem Umfange wird
die Jugenderziehung durch gewerbliche und landwirtschaftliche Kinderarbeit
geschädigt ?' auf der deutschen Lehrerversammlung Pfingsten 1898 in
Breslau.