Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 53. Die Auswahl und Anordnung der Unterrichtsstoffe. 489
als Ziel zu setzen. Auszugehen hat er von der Analyse gegebener
Gegenstände der allernächsten Umgebung, welche das Interesse der
Kinder zu erwecken geeignet sind. Um das Interesse wachzuhalten,
mufs der Unterricht sich jedoch schnell abstufen: Gegenstände in
natura und Bilder sind nacheinander heranzuziehen. Gleichzeitig
kommt es dabei auf die Bildung des Gehörssinnes und im Anschlufs
daran auf Sprachbildung und Sprachübung an. Seinen Beruf er-
füllt der Anschauungsunterricht am besten, wenn er es versteht,
sich so schnell wie möglich aufzuheben, überflüssig zu machen.
§ 54.
Auf diesem Unterrichte der ersten Schuljahre kann sich aller
spätere Unterricht, bei dem die Anschauung zumeist nur eine
mittelbare, eine künstlich bewerkstelligte sein kann, als auf einer
sicheren Grundlage aufbauen. Von der Betrachtung der engeren
Heimat geht man jetzt über zu der des Vaterlandes; an die Stelle
der Heimatkunde tritt die Vaterlandskunde im weitesten Sinne
des Wortes, als vaterländische Geschichte, Geographie, Gesellschafts-
und Naturkunde. Mancherlei Fäden sind ja schon im heimat-
kundlichen Unterrichte gesponnen worden, welche über die engere
Heimat hinausreichen; dieselben brauchen daher nur aufgegriffen
und fortgeführt zu werden. Für die St off aus wähl in der
Geschichte ist dabei die Bedeutsamkeit der kulturellen Arbeits-
leistung einer Epoche für die gegenwärtige Gestaltung der Dinge,
soweit wir darüber ein Urteil zu fällen imstande sind, mafs-
gebend. Der Auswahl des Stoffes hat also eine Analyse des ge-
gebenen Kulturzustandes vorauszugehen, und die einzelnen Er-
scheinungen sind alsdann bis zu ihrem Ausgangspunkte zurück-
zuverfolgen. Ist dies geschehen, dann kann man erst an die Auf-
stellung des Planes gehen, das allmähliche Werden der Kultur
aufzuzeigen und das Sosein der gegenwärtigen Verhältnisse zu
erklären. Der Gang des Unterrichtes ist also nunmehr der von
der Vergangenheit zur Gegenwart, während vorher stets der um-
gekehrte Weg einzuschlagen ist. Denn im Unterricht der ersten
Schuljahre gilt es ja, das historische Interesse der Kinder erst
zu wecken und ihnen Verständnis für geschichtliches Geschehen
beizubringen, was nur möglich ist, wenn man von dem Ge-
gebenen ausgeht. So ist es jetzt, sagt man den Kindern; aber
so war es nicht immer: in der Jugendzeit eurer Eltern war es
noch ganz anders, nun gar in der eurer Grofseltern oder vor
hundert Jahren und noch weiter zurück. Auf diese Weise