Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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488 III- Teil. Der tlieoretiaclie Aufbau der sozialen Erziehnngslehre.
Ehrfurcht vor dem Leben der Tiere und Pflanzen zu erwecken.
Sie müssen lernen, sich zu scheuen, Tiere und Pflanzen freventlich
zu verletzen. Sie müssen einsehen und begreifen lernen, dafs die
Tiere und Pflanzen so gut wie die Menschen vor rohen Eingriffen in
ihre Existenz zu bewahren, dafs sie gegen solche zu schützen sind.
Endlich ist noch ein Unterrichtsgegenstand zu erwähnen,
welcher für die allgemeine Volksschule in Betracht kommt und
zwar für das erste Schuljahr: das ist der Anschauungs-
unterricht. Derselbe ist trotz aller derer, welche gegenteiliger
Ansicht sind, durchaus unentbehrlich. Der Haupteinwurf gegen
denselben ist geradezu unlogisch, ebenso wie der gegen den beson-
deren Heimatkundeunterricht erhobene. Man sagt: die Heimat
soll bei allem Unterrichte Ausgangspunkt sein, desgleichen die
Anschauung; darum brauchen wir keine besonderen Disziplinen
„Heimatkunde" und „Anschauungsunterricht". Gewifs soll aller
Unterricht immer wieder an die Heimat anknüpfen, von heimischen
Vorstellungen ausgehen und auf der Anschauung basieren; aber
dadurch werden Heimatkunde und Anschauungsunterricht als solche
doch nicht überflüssig. Heimatkunde und Anschauungs-
unterricht kommen eben sowohl als Disziplin wie auch
als Prinzip in Betracht. Verlangt das kindliche Interesse die
Heimatkunde als ersten umfassenden Unterrichtsgegenstand, so ist
der Anschauungsunterricht notwendig, weil die Anschauungsfähig-
keit des in die Schule eintretenden Zöglings der Vervollkomm-
nung bedarf. Allmählich tritt eine solche freilich durch die im
Unterrichte beständig erfolgende Übung ein; aber es geschieht das
eben nur langsam. Um diese Entwickelung zu beschleunigen,
braucht man eine besondere Stunde, deren Zweck gar kein anderer als
der der Übung der sinnlichen Anschauung im weitesten Wort-
verstande ist, während ja in allem übrigen Unterrichte diese
Übung nur nebenher, eigentlich überhaupt nicht als Zweck, son-
dern blofs als Mittel zum Zweck berücksichtigt werden kann.
Als Ziel des Anschauungsunterrichtes ist zunächst dies zu
betrachten: er soll Gleichmäfsigkeit in der Weite der an-
schaulichen Grundlage herstellen; er soll die verschiedenen
anschaulichen Erfahrungen der Kinder vereinheitlichen.
Denn nur so kann aller fernere Unterricht segensreich sein; gilt es
doch beim Massenunterrichte stets nach Möglichkeit gleichgebildete
Kräfte zusammenzuführen. Weiterhin hat der Anschauungsunter-
richt Klarheit des Anschauens und Festigkeit der auf
Grund der Anschauung erworbenen Vorstellungen sich