Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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484 III- Teil. Der tlieoretiaclie Aufbau der sozialen Erziehnngslehre.
der Kultur. Dabei ist zu bemerken, dafs unter der Bezeichnung
„Natur" alles zusammengefafst wird, was überhaupt existiert; dafs
darunter der ganze Kreis des Seienden begriffen wird, kurz:
die gesamte Fülle der im Universum waltenden Kräfte, deren viel-
gestaltiges Zusammenwirken in der organischen und der anor-
ganischen Natur uns entgegentritt. Weil also aller Kultur breite
Grundlage die Natur im weitesten Umfange ihres Begriffes, das
Verständnis der Kultur von der Kenntnis der Natur bedingt ist,
darum müssen ferner die Naturkunde und die Geographie
Gegenstände des Unterrichtes sein. So bewirken die Natur- und
die Erdkunde eine universalistische Bildung des Vorstellens,
sofern der betreffende Unterricht in wirklich modernem, jener in
darwinistischem Geiste und Sinne und dieser so erteilt wird, dafs
er der Gestaltung der Geographie entspricht, welche diese Wissen-
schaft vornehmlich Ratzel verdankt. Der geographische Unter-
richt führt alsdann den Schülern den Menschen in seiner Abhängig-
keit von den natürlichen Verhältnissen, in seiner Naturbedingtheit
vor Augen. Indem er die Verbindung aufdeckt, welche zwischen
dem Menschen und seiner natürlichen Umgebung besteht; indem er
zeigt, welchen Einflufs diese Umgebung auf seine psycho-physische
Beschaffenheit ausübt, gewährt er einen Einblick wenigstens in
manche der Ursachen, welche die Gleichartigkeit und die darauf
beruhenden wechselseitigen Beziehungen der, unter den nämlichen
natürlichen Bedingungen lebenden Menschen zur Folge haben. —
Diesen Gegenständen gesellen sich endlich noch zwei hinzu, die
Mathematik und die Sprachlehre. Die Bedeutung der Mathe-
matik beruht darauf, dafs wir mit ihrer Hilfe die im Universum, die
überall im Leben herrschende Gesetzmäfsigkeit zahlenmäfsig be-
greifen und jedem klarlegen können; von der Mathematik geleitet
erkennen wir mit zweifelloser Sicherheit, dafs die Welt ein Kosmos
ist. Der Sprachlehre bedürfen wir aber, einmal weil die Sprache,
die gesprochene sowohl als auch die geschriebene, als Mittel der
Mitteilung im Kulturleben ganz unentbehrlich, ihre genaue Kennt-
nis erforderlich ist, um die anderen, welche durch Wort oder Schrift
zu uns reden, verstehen und uns selbst ihnen wieder verständlich
machen zu können; zum anderen deshalb, weil die Sprache für die
formale Bildung des Denkens von so grofser Wichtigkeit ist.
Sofern die Sprachlehre auch auf fremde Sprachen sich erstreckt,
dient sie einerseits dazu, uns mit dem Geistesleben anderer Völker
vertraut zu machen und durch dessen Schätze das eigene zu be-
reichern, anderseits dazu, das Bewufstsein der menschheitlichen