Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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480 III- Teil. Der tlieoretiaclie Aufbau der sozialen Erziehnngslehre.
überflüssig und zudem für die Schüler interesselos. Das letztere
kann ich, gestützt auf die Erfahrung, entschieden bestreiten. Was
aber das andere betrifft, so verdient dieser Einwand eigentlich
gar keine ernsthafte Widerlegung; ich will nur ganz kurz darauf
hinweisen, dafs die Gesellschaftskunde in hervorragendem Mafse
dazu geeignet ist, das Vorstellungsleben der Heranwachsenden in
sozialem Sinne zu beeinflussen, den Schülern die Beziehungen des
Einzelnen zur Gesamtheit zum Bewufstsein zu bringen. Aufser-
dem mache ich noch darauf aufmerksam, dafs nach unseren
heutigen Begriffen von allgemeiner Bildung die Kenntnis der ge-
sellschaftlichen Entwickelung und das darauf beruhende Verständnis
für die gegebenen Verhältnisse einfach ein unerläfslicher Bestandteil
der allgemeinen Bildung ist. Natürlich kann es in der Schule sich
nicht um eine volle Gewährung dessen, sondern nur um eine An-
bahnung handeln; aber auch dazu ist es nötig, dafs diese Dinge
in einem gewissen Zusammenhange und nicht blofs im Anschlufs
an den Geschichts- oder Geographie- oder Litteratur- bezw. Lese-
unterricht, wie manche wollen, besprochen werden. Denn da wird
das in Betracht kommende Material in lauter kleinen Notizen
verzettelt, die den Anschein des Anhängselseins und damit des
Unwichtigen und Nebensächlichen erwecken müssen. Hingegen
soll die Gesellschaftskunde als selbständiges Unter-
richtsfach wohl dem Geschichts- und auch dem Geographie-
unterrichte parallel laufen; was dort nur kurz und flüchtig an-
gedeutet werden kann, greift sie auf und verbindet es zu einem
sinnvollen Ganzen. Auch der Litteraturunterricht, desgleichen in
den höheren Lehranstalten die Lektüre fremdsprachlicher Werke
werden manches brauchbare Material liefern, das der Lehrer im
gesellschaftskundlichen Unterrichte dann dem übrigen planvoll
eingliedern kann. Auf diese Weise wird durch die Gesellschafts-
kunde auch eine Entlastung jener Fächer und damit zugleich eine,
das wahrhaft an ihnen Wesentliche vertiefende Besprechung be-
wirkt. Endlich allerdings sind es auch ganz rein praktische Er-
wägungen, welche der Einführung der Gesellschaftskunde das
Wort reden. Die Schule soll doch nicht nur den Gemeingeist an
und für sich wecken und stärken und die allgemeine Bildung an
und für sich pflegen; sondern sie soll ja dabei immer die Zukunft
im Auge haben; sie soll ja die Zöglinge für das Leben, in welches
sie dereinst eintreten werden, vorbereiten. In diesem Leben hegt
ihnen bekanntlich die bestimmte Verpflichtung ob, an der sozialen
Entwickelung ihres Volkes in wirtschaftlicher so gut wie in recht-