Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 53. Die Auswahl und Anordnung der Unterrichtsstoffe. 477
„Kopenhagen, Stockholm, Berlin" oder „Vergleich (Dänemarks)
mit Ost- und Westindien in Bezug auf Lage, Bewohner, Klima".
Ich frage wieder: welcher Gewinn erwächst daraus für das geo-
graphische Verständnis der Schüler? Kann dasselbe irgendwie
durch einen Vergleich von Berlin und Stockholm mit Kopenhagen
oder des Klimas von Seeland mit dem von Cuba oder eines Dänen
mit einem Malayen gefördert werden? Aus der Vergleichung
vieler Klimate ergeben sich erst gewisse allgemeine Erkenntnisse
klimatologischen Charakters; da erst lernen die Schüler begreifen,
welchen Einflufs das Meer, die geographische Lage, Wälder,
Steppen, Gebirge u. s. f. auf die klimatischen Verhältnisse eines
Landes haben. Wenn viele Völkerschaften miteinander verglichen
werden, gewinnen sie erst einen deutlichen Begriff dessen, was
unter Volkstypus zu verstehen ist. Die Gliederung der Land-
massen, die geoplastischen Erscheinungen der Erde, die Ober-
flächenveränderungen der Lithosphäre, alles das und anderes mehr
ist klar begrifflich, d. h. so, dafs überall die Kausalzusammenhänge
sich erschlielsen, blofs auf Grund umfangreichster Vergleichung
nach vorangegangenen genauen Detail-Beobachtungen und -Be-
sprechungen erfafsbar. Desgleichen ergeben sich allgemeine sozio-
logische Daten naturgemäfs erst aus der Vergleichung zahlreichster
Einzelbetrachtungen der gesellschaftlichen Phänomene, sittliche
Maximen aus der Vergleichung einer grofsen Menge besonderer
Fälle moralischen Handelns. Das Verfahren der Herbartianer ver-
mittelt nicht Welt-, Natur- und Kultur-Erkenntnis; sondern wie es
selb.st durchaus den Stempel des Dilettantismus an der Stirne
trägt, so führt es die Schüler auch nur zu einer oberfläch-
lichen, stümperhaften, dilettantischen Auffassung der
Wirklichkeit. — Bezüglich der Stufe der Anwendung brauche
ich dem schon früher Gesagten nichts weiter hinzuzufügen.
Die Auswahl und Anordnung der Unterrichtsstofl'e. Kritik
der Lehre von den Kulturstufen und der Konzentration
der Herbartianer.
^ 53.
Gemäfs dem letzten Ziele, dem Endzwecke der Erziehung ist
der Zögling so zu bilden, dafs er an der Lösung der Aufgaben
des Kulturlebens sich dereinst in irgendeiner Weise beteiligen
kann. Wie die Ausbildung seiner intellektuellen Fähigkeiten als