Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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474 III- Teil. Der tlieoretiaclie Aufbau der sozialen Erziehnngslehre.
Schematismus — das sind die beiden Dinge, welche den Herbar-
tianismus charakterisieren. Wir stolsen, wie soeben bei der Zer-
legung des Unterrichtsstoffes in-Lehreinheiten, darauf auch, wenn
wir nunmehr die Formalstufen selbst näher ins Auge fassen. Eine
Vorbereitung in der Weise, dafs der Darbietung des Neuen eine
besondere Besprechung vorangeschickt wird, ist keineswegs unbe-
dingtes Erfordernis, wie wir gesehen haben: daher gebührt der
Vorbereitung der Rang einer formalen Stufe im Unterrichtsschema
durchaus nicht. Sicherlich soll das Neue an das schon Vorhandene
angeknüpft werden, weil es nur so festen Fufs fassen kann, wie
die Erfahrung lehrt; aber das kann sehr wohl ohne spezielle Vor-
bereitung und Vorbesprechung geschehen. Die Ankündigung des
Neuen regt ja schon die Reproduktion teils als bewufste teils als
unbewufste an, und nur in seltenen Fällen, namentlich bei jüngeren
Schülern, bedarf es noch einer Nachhilfe, die zudem stets mit
ganz wenigen Worten, mit ein paar Fragen geleistet werden kann.
Wo es sich wie in der Natur- und Erdkunde um Experimente
oder um vorzeigbare Gegenstände in natura oder in bildlicher
Darstellung handelt, ist dergleichen fast immer entbehrlich; da
wirkt z. B. das aufgestellte Bild an und für sich so anregend auf die
Reproduktion, dafs ohne weiteres mit der Darbietung begonnen
werden kann. Hier kann nun das erzählend-darstellende Ver-
fahren in gewissem Umfange angewandt werden. Ich will ein
ganz bestimmtes Beispiel wählen: die Geographie von Südafrika
soll der Gegenstand der unterrichtlichen Behandlung sein. Da
würde ich den Schülern aus der trefflichen Sammlung der Kirch-
hoff'schen ethnographischen Charakterbilder das Porträt des Hotten-
totten zeigen und von ihnen genau betrachten und beschreiben
lassen, erst im allgemeinen, dann die besonderen Charakteristika
angeben lassen: die gerunzelte Haut, das blinzelnde Auge — und
die Kinder fragen, welche Schlüsse sie aus diesen Eigentümlich-
keiten, die Natur des Heimatlandes dieser Leute betreffend, ziehen,
indem ich sie an die Gelegenheiten erinnere, bei denen wir zu
blinzeln pflegen, an den Apfel, dessen Haut beim Trockenwerden
zusammenschrumpft. So kommen die Schüler ganz von selbst auf
die besonderen Merkmale, welche das Land, mit dem sie bekannt
gemacht werden sollen, auszeichnet: eine öde Steppenlandschaft
voll blendenden Sonnenlichtes, wo das Blinzeln zur stereotypen Ge-
wohnheit werden mufs, mit einem heifsen trockenen Klima, das
der Haut ihren Fettgehalt entzieht, sodafs sie sich in Falten
legt. Und dieses Landschaftsbild führe ich nun weiter aus und