Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 50. Das formale Unten-ichtsschema. 4o3-
Stufen wird wieder vor jeder Stufe ein darauf bezügliches Ziel
und, da sich diese Behandlung oft über mehr als eine Stunde er-
streckt, noch bei Beginn jeder Unterrichtsstunde ein besonderes
Stundenziel aufgestellt. Der herangezogene Abschnitt ist in sieben
Lehreinheiten geteilt, von denen die erste in zwei Stücke zerfällt;
das ergiebt also 1 Gesamtziel, 8 Teilziele, 40 Stufenziele und un-
bestimmt viele Stundenziele. Nimmt man nun noch die beiden
anderen Abschnitte, welche für den Geschichtsunterricht des
siebenten Schuljahres vorgeschrieben sind, nebst ihren methodischen
Einheiten, es sind im Ganzen 20, hinzu, so erhält man mindestens
3 Gesamtziele, 28 Teilziele, 140 Stufenziele und eine sehr grofse
Zahl von Stundenzielen. Da diese Ziele, blols abgesehen von
den besonderen Stundenzielen, das dem Unterrichte zu Grunde
liegende systematische Gerippe repräsentieren, so mufs der Schüler
diesen ganzen grofsen, ineinander vielfach verschachtelten Apparat
beständig, das ganze Jahr hindurch, mit sich herumschleppen: das
mufs ihn ja völlig in Verwirrung setzen. Und doch ist das so
leicht zu vermeiden, ist die Sache so aufserordentlich einfach. Der
Stoff, etwa der Geschichtsstofif, eines Jahres mufs natürlich in einige
Hauptabschnitte zerlegt werden. Ist ein solcher Hauptabschnitt
z. B. der dreifsigjährige Krieg, so wird der Stoff, der bei der Be-
sprechung desselben zu erledigen ist, in so viele kleine Abschnitte
zerlegt, als man Stunden dazu zur Verfügung hat: der Lehrstoff
wird also derartig eingeteilt, dafs jede Unterrichtsstunde ihren be-
sonderen Gegenstand hat, welcher nun nach dem, von mir auf-
gestellten formalen Schema behandelt wird. Auf diese Weise
kommt nur ein Gesamtziel in Betracht, welches sich eben auf den
zu besprechenden Hauptabschnitt bezieht, alles andere fällt weg;
denn die Stundenziele sind dann ja einzig und allein von unter-
richtlicher, von methodischer Bedeutung. Die auf den Gegenstand
Bezug habende systematische Gliederung fällt am Ende der Be-
sprechung ganz von selbst als reife Frucht vom Baume der Er-
kenntnis, nämlich bei der mit der Schlufswiederholung vorge-
nommenen Zusammenfassung. Wenn man so verfährt, vermeidet
man aber ferner auch, wie die Klippe der Konfusion, so die der
Langenweile, welche sich breit macht, wenn dieselbe Materie in
allen möglichen Schlangenwindungen sich durch eine grofse Zahl
von Unterrichtsstunden hindurchzieht: bei meinem Verfahren kann
niemals Uberdrufs an der Sache eintreten, bleibt das Interesse
stets frisch und rege.
Methodische Künstelei, kompliziertester formaler