Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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472 III- Teil. Der tlieoretiaclie Aufbau der sozialen Erziehnngslehre.
herangehe, ganz energisch gegen eine andere von den Herbartianern
befürwortete und mit dem Gebrauch, den sie von der Zielangabe
machen, in gewissem Zusammenhang stehende Einrichtung selbst
wenden. Die Herbartianer teilen nämlich ein gröfseres Stoffgebiet in
lauter kleinere Abschnitte, z. B. die, der Behandlung im siebenten
Schuljahre überwiesene Epoche der Geschichte in folgende drei: die
Entdeckung Amerikas und die erste Erdumsegelung; die Refor-
mationsgeschichte; der dreifsigjährige Krieg, und diese Abschnitte
werden dann wieder in noch kleinere Portionen zerlegt, z. B. be-
handelt man bei der Entdeckung Amerikas der Reihe nach folgende
Stücke: Jugendzeit des Columbus; Columbus fafst den Plan, Indien
zu finden; die Ausführung des Planes; die Zurüstung zur Reise; die
erste Reise; die zweite, dritte und vierte Reise. Einen solchen kleinen
Abschnitt, also etwa die Jugendzeit des Columbus, nennt man eine
Lehreinheit oder eine methodische Einheit, und zwar kommen bei
der Behandlung einer solchen Lehr- oder methodischen Einheit die
formalen Stufen zur Anwendung. Nun ist sicherlich gegen die Zer-
legung eines gröfseren Stoffgebietes in kleine Abschnitte nichts ein-
zuwenden; eine solche Zerlegung ist sogar ganz selbstverständlich
und wird auch z. B. von dem Historiker, welcher eine Periode der Ge-
schichte darstellt, vorgenommen: im Geschichtsunterricht braucht
man daher nur einfach dem Geschichtsdarsteller zu folgen. Aber das
Aufbauschen dieser einzelnen, ganz von selbst sich ergebenden
Abschnitte zu methodischen Einheiten, welche sehr wortreich als
„die organischen Glieder der Lehrstoffreihen der einzelnen Unter-
richtsfächer, die schon je einen Teil des an die Schüler zu über-
mittelnden Begriffsmaterials enthalten", charakterisiert werden,
verwerfe ich durchaus. Denn das führt einerseits zu einer, den
Unterrichtsbetrieb erschwerenden und die Schüler verwirrenden
Kompliziertheit in der Anordnung des Stoffes und bedeutet ander-
seits ein Langeweile erzeugendes Hinschleppen des nämlichen
Gegenstandes durch Wochen hindurch. Um das einzusehen, mufs
man sich genau vergegenwärtigen, wie sich die Herbartianer die
Sache denken. Nehmen wir an, es soll der Abschnitt „Entdeckung
Amerikas" behandelt werden, so ist zunächst ein „Gesamtziel"
voranzuschicken; vor jeder „Lehreinheit" dieses Abschnittes wird
ein „Teilziel" aufgestellt, unter Umständen sogar zwei, so z. B.
nach der „Theorie und Praxis des Volksschulunterrichtes" gleich
für das erste Stück, also für die „Jugendzeit des Columbus", indem
dasselbe noch in zwei weitere Stücke geteilt wird. Bei der Be-
handlung der einzelnen Stücke nach dem Schema der formalen