Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 50. Das formale Unten-ichtsschema. 4o3-
zusammenhält. Aus solchen Andeutungen habe ich meine früher
gegebene Erklärung abgeleitet; diese Andeutungen bemühen sich
die Herbartianer immer wieder von neuem mehr wort- als ge-
dankenreich zu umschreiben, so Gleichmann in seiner Schrift
„Über Herbarts Lehre von den Stufen des Unterrichts", so Zill er,
so Wiget in seiner Abhandlung „Die formalen Stufen des Unter-
richts. Eine Einführung in die Schriften Zillers", so auch die
Verfasser der „Theorie und Praxis des Volksschulunterrichtes",
bei denen wir im ersten Bande lesen: „Der Unterricht hat die
mannigfache Gedankenarbeit im Schüler anzuregen und zu leiten,
aus der das Wissen, die Einsicht erwächst, und die man unter
dem Namen „Lernen" zusammenfafst", und ausführlicher: „Jeder
echte Lehrprozefs im erziehenden Unterrichte hat unter stetem
Wechsel von Vertiefung und Besinnung mit der Anschauung und
Aneignung eines Mannigfachen von konkretem Vorstellungs-
material zu beginnen und sodann durch verschiedene Mittelstufen
und innere Prozesse hindurch zur Ableitung des in demselben
zugleich mit enthaltenen Allgemeingiltigen fortzuschreiten. Der
erste Akt führt das wertvolle Rohmaterial herbei; der zweite ver-
arbeitet dasselbe zu den feineren Geistesprodukten, zu Begriffen,
Regeln, Gesetzen, Grundsätzen, in welchen wir die Blüte unseres
gesamten Geisteslebens zu suchen haben. Der stoffliche Inhalt
jedes Lehrpensums mufs vom Lehrer dargeboten, vom Schüler an-
geeignet werden; den begrifflichen Inhalt hat sich der Schüler
selbst zu abstrahieren, wobei der Unterricht nur die Ziele vor
Augen zu stellen, die Wege dahin zu weisen, die Hindernisse zu
beseitigen hat." Sehen wir davon ab, dafs in diesem letzten Zitat
bereits auf die formale Gestaltung des Unterrichtes hingewiesen
wird, so finden wir in diesem ganzen Wust von Worten und
klingenden Phrasen, woran nichts als ihre Banalität und Trivia-
lität überrascht, wieder keine Spur von der präzisen Aufzeigung
der beiden Teilzwecke des Unterrichtes. Das Problem der intellek-
tuellen Bildung als des unmittelbar für den Unterricht in Betracht
kommenden Zieles bleibt somit bei den Herbartianern in eine ge-
wisse nebelhafte Unklarheit und Verschwommenheit gehüllt.
Wenden wir uns nun von der Kritik der Problemstellung zur
Betrachtung und Beurteilung der versuchten Problemlösung.
Diese Lösung ist eben gegeben in der Lehre von den formalen
Stufen, deren Ableitung auf folgenden Grundgedanken beruht.
Der Unterricht soll eine Nachahmung des natürlichen LernprozesBes
sein, welcher „seiner psychischen Entwickelung nach" in diese