Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 51. Das formale ünterrichtsschema. 465
risches Kunstwerk sein, was die Freude der Schüler am Unter-
richte erhöht und ihren litterarischen Geschmack in günstigem
Sinne beeinflufst. Natürlich darf, um das nur im Vorbeigehen
zu erwähnen, der Vortrag nicht zu lang sein, weil ja die
kindliche Aufmerksamkeit sehr rasch ermüdet. Ein bestimmtes
Mafs anzugeben ist jedoch unmöglich; darüber mufs der Takt des
Lehrers entscheiden. Selbstverständlich ist von älteren Schülern
eine längere Aufmerksamkeit zu verlangen als von jungen.
Blicken wir zurück, und prüfen wir, ob der auf die ange-
gebene Weise gestaltete Unterricht das ihm gesteckte Ziel erreicht,
so finden wir, dafs dies in der That der Fall ist. Auf der einen
Seite wird so das Zustandekommen klarer Vorstellungen ermög-
licht, auf der anderen Seite die formale Bildung gefördert be-
züglich der sinnlichen Anschauung, der Aufmerksamkeit, des Ge-
dächtnisses und des Denkens. Trotzdem kann die Skizze des
Unterrichtsganges noch nicht als beendet gelten. Klare Vorstel-
lungen sollen nicht blofs für den Augenblick erzeugt, es soll auch
dafür gesorgt werden, dafs sie dauernd festgehalten werden; dafs
sie beharren. Dies geschieht durch die Einprägung ins Ge-
dächtnis, vor allem mit Hilfe der Wiederholung. Dies uns
schon aus den psychologischen Erörterungen bekannte Moment
mufs bei der Aufstellung des Unterrichtsschemas noch besondere
Berücksichtigung finden. Die Wiederholung ist den Schülern zu
überlassen; dieselben müssen dazu angehalten werden, über das,
was sie gehört und gesehen haben, ihrerseits zu berichten und
zwar nicht blofs in der nämlichen, sondern auch in der folgenden
Unterrichtsstunde. Aufserdem müssen noch besondere Wieder-
holungen vorgesehen werden, wofür besondere Stunden zu be-
stimmen sind. Und auch dafür hat der Lehrer zu sorgen, dafs
das, was einmal dagewesen ist, immer und immer wieder, bald da
bald dort, wo es gerade am Platze ist, herangezogen werde. Ist doch
überhaupt als an einem Grundsatze daran festzuhalten, dafs nichts
geboten und eingeprägt werden darf, was nicht beständig im
Unterrichte Verwendung finden kann. Alles, was von blols ge-
legentlichem Interesse, von sporadischem Werte ist, mufs ausge-
schlossen werden. Endlich lasse der Lehrer am Ende jeder Unter-
richtsstunde die Quintessenz aus dem Gebotenen ziehen, in einem
kurzen charakteristischen Satze den Inhalt desselben zusammen-
fassen. Das ist wie für die Einprägung ins Gedächtnis so auch
für die Bildung des Denkens von grofser Bedeutung. Für die
Bildung des Denkens ist übrigens auch die Wiederholung wichtig,
Bergeraann, Soziale Pädagogik. 30