Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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464 III- Teil. Der tlieoretiaclie Aufbau der sozialen Erziehnngslehre.
dem einen als auch bei dem anderen Verfahren; ein ungeschickter
wird es nie weder bei dem einen noch bei dem anderen erleben.
Also wertvoller als der mitteilende ist der darstellende
Unterricht sicherlich nicht. Man verwende ihn so, wie
ich angegeben habe, dann wird er auch Gutes wirken können.
Dafs er das vermag, das ist sicher; sonst hätten wohl kaum
Sokrates und P1 aton ihn so oft angewandt, wobei freilich
nicht übersehen werden darf, dafs sie es nicht mit Kindern, son-
dern mit Erwachsenen zu thun hatten; dafs sie nicht erst über-
haupt das Vorstellen bilden, sondern es blofs umbilden wollten,
und dafs der Gegenstand ihrer Lehrthätigkeit niemals Gescheh-
nisse, Thatsachen und Natur- oder Kunstprodukte, kurz nicht Ge-
gebenheiten, sondern philosophische Probleme waren. Eines schickt
sich nicht für alle und alles; das sollte niemand mehr beherzigen
als der Bildner der Jugend.
Zu Gunsten des Vortrages, des mitteilenden Unter-
richtes spricht sehr energisch auch der Grund, dafs der Vor-
trag von grofsem Nutzen für die sprachliche und für die
Schulung des Denkens der Kinder ist. Um diesen Nutzen zu
haben, mufs der Vortrag freilich stets so beschaffen sein, wie ich
angab. Dann dient er auch der Bildung der Anschauung, erhält
die Aufmerksamkeit wach und erleichtert die Einprägung ins Ge-
dächtnis. Um diesen vielfachen Nutzen im einzelnen nachzuweisen,
will ich in Kürze die an den Vortrag gestellten Anforderungen
durchgehen. Der Vortrag soll fliefsend sein, weil ein holperiger,
stockender Vortrag nicht anschaulich sein kann, zudem die Auf-
merksamkeit zerstreut und die Einprägung ins Gedächtnis er-
schwert. Er soll frei sein; denn der Lehrer, der mit einem
Notizenzettel oder einem Leitfaden in der Hand vor seine Schüler
tritt, zersplittert schon dadurch und vor allem durch das Nach-
schauen in diesen Hilfsmitteln die Aufmerksamkeit. Ohne An-
schaulichkeit und Deutlichkeit des Vortrages kommt die
sinnliche Anschauung der Schüler zu kurz und wird die Gewin-
nung klarer Vorstellungen und das Verständnis gehindert. Der
Vortrag soll gewählt sein, indem der Lehrer bei der Wahl seiner
Worte sowohl darauf achten muls, dals dieselben leicht verstanden
werden, als auch darauf, dals der Wortschatz der Schüler gleich-
zeitig bereichert wird. Der Lehrer wird also bekannte und unbe-
kannte Worte gebrauchen, die letzteren aber immer gleich durch
schon bekannte erklären und umschreiben müssen. Endlich soll der
Vortrag auch im ästhetischen Sinne gewählt, ein kleines rheto-