Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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460 III- Teil. Der tlieoretiaclie Aufbau der sozialen Erziehnngslehre.
dann, wenn nachträglich eine Olive oder die Abbildung einer
solchen gezeigt wird, so wird dadurch nicht viel geändert: das
Bild der Olive wird beim Schüler stets ein verwischtes, unklares
sein; immer wird ihm das Bild der Pflaume störend dazwischen
treten, wenn er sich das Aussehen der Olive vergegenwärtigen will.
Änhnlich verhält sich die Sache bezüglich der Erdkunde,
ähnlich, aber nicht ganz gleich; dals dem so ist, liegt an der
Beschafl'enheit der Objekte: die geographischen Erscheinungen
sind anders geartet als die Produkte des tierischen oder pflanz-
lichen Lebens. Hier findet überall eine weitgehende Individuali-
sierung statt, und es ist daher erforderlich, um klare Anschau-
ungen zu erzielen, treulich den Spuren der differenzierenden Natur
zu folgen und sich stets in Einzelbetrachtungen zu vertiefen. Wer
hier blofs auf gewisse allgemeine Züge Wert legt, sich damit be-
gnügt, annähernd Art und Wesen der Dinge kennen zu lernen,
gewinnt eben nur verworrene Bilder: sein Naturerkennen bleibt
für alle Zeiten ein unvollkommenes, stümperhaftes. Die geo-
graphischen Erscheinungen weisen eine derartige Differenziertheit
nicht auf: bei ihnen überwiegt das Typische das Individuelle. Aber
ganz in den Hintergrund tritt dieses trotzdem nicht; wir ent-
decken an den einzelnen geographischen Gebilden stets auch eine
ganze Reihe individueller Züge. Bedenkt man dies, so wird man
als Ausgangspunkt im geographischen Unterrichte sehr wohl eine
den Schülern schon bekannte Erscheinung benützen, z. B. mit
Foltz bei der Besprechung der Nilüberschwemmungen von einem,
den Kindern bekannten Stromaustritt ausgehen können. Aber als
ganz verkehrt mufs ich auch hier wieder das Verfahren bezeich-
nen, nun aus einer bekannten Überschwemmungserscheinung die
noch unbekannte entwickeln, die Schüler selbst finden lassen zu
wollen. Man täusche sich doch nicht selbst und mache sich nicht
selbst weis, dafs das gehe. Der Lehrer mufs dabei soviele An-
deutungen und Winke geben, dafs von entwickelnd - darstellendem
Unterrichte keine Rede mehr sein kann; denn woher in aller Welt
sollen die Schüler Thatsachen kennen, von denen sie noch nichts
gehört haben! Es kommt dann das heraus, was man erzählend-
darstellenden Unterricht nennt, und dies Verfahren, welches
ich allerdings in gewissem Umfange gelten lasse, unterscheidet sich
vom einfach mitteilenden, darbietenden Unterrichte äufserlich kaum,
prinzipiell gar nicht. Wenn man eine neue geographische Er-
scheinung vorführen will, so kann man wohl vergleichsweise von
einer ähnlichen, schon bekannten ausgehen, an eine solche erinnern;