Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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458 III- Teil. Der tlieoretiaclie Aufbau der sozialen Erziehnngslehre.
eines Kunst- oder Naturproduktes, der Vorführung eines Experi-
mentes den Anfang machen können. Die Empfehlung eines sol-
chen Vorgehens scheint allerdings der Forderung zu widersprechen,
dafs man den Gegenstand der unterrichtlichen Behandlung als halb
bekannten hinstellen soll; aber es scheint eben nur so. Einmal
ist ja diese Forderung überhaupt nicht absolut giltig; zum an-
deren ist Folgendes zu sagen. Für das Kind, das bereits sieben
Jahre mit gesunden Sinnen gelebt hat, nun gar für das noch
ältere Kind, giebt es gar keine ganz neuen Gegenstände mehr.
Für dasselbe ist alles scheinbare Neuerkennen Wiedererkennen,
oft freilich nur allgemeinster Art. Wer von dem Vorgange der
Apperzeption einen richtigen Begriff hat, dem leuchtet das ohne
weiteres ein. Es ist nämlich eine Thatsache der Erfahrung, dafs
nicht nur bei uns schon bekannten Gegenständen die Bedingungen
ihrer (wiederholten) Wahrnehmung und ihres Erkennens doppelter
Art sind; sondern auch uns noch gänzlich unbekannte Gegenstände
nehmen wir wahr und erkennen wir unter Beihilfe subjektiver Be-
dingungen. Wir erkennen sie natürlich nicht als den und den be-
stimmten, so oder so benannten Gegenstand, sondern in allgemeiner
Weise: als Gegenstand überhaupt, als ein Ding mit Eigenschaften.
Durch einen gegenwärtig wirksamen Reiz wird stets ein doppelter
Erfolg erzielt, indem mit reinen Wahrnehmungs-Elementen gleich-
zeitig solche der Erinnerung ausgelöst werden, welche miteinander
aufs innigste verschmelzen. Somit ist alles Wahrnehmen als er-
kennendes oder noch besser als wiedererkennendes zu bezeichnen.
Freilich sind wir uns dessen, dafs wir wiedererkennen, nur in den
seltensten Fällen bewufst; aber es bedarf nur eines kleinen An-
stofses, einer Andeutung, um es uns zum Bewufstsein zu bringen.
Und diesen Anstofs soll allerdings der Lehrer geben. Denn wenn
wir uns dessen bewufst werden, dafs wir wiedererkennen, so stellt
sich, wenigstens zumeist, ein Gefühl der Lust ein, indem wir uns
der bewiesenen Möglichkeit des Wiedererkennens freuen. Und
dieses Gefühl der Lust in den Schülern hervorzurufen ist sehr
wichtig, indem dasselbe als ein kräftiges Agens ermunternd und
anspornend wirkt. Um diesen Erfolg zu erzielen, empfiehlt es
sich, den in Wirklichkeit oder im Bilde vorgezeigten Gegenstand
kurz beschreiben zu lassen, und daran knüpfe der Lehrer dann
seine weiteren Erläuterungen an.
Dieselben haben zumeist aufzutreten in der Form des üiefsen-
den und gewählten, anschaulichen und deutlichen freien Vortrages.
Dies möchte ich stark betonen gegenüber der gegenwärtig so oft