Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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456 III- Teil. Der tlieoretiaclie Aufbau der sozialen Erziehnngslehre.
Mitteilung, sondern sie sind Bedingungen des Denkens: wir können
gar keinen Gegenstand als Subjekt oder Prädikat fassen, ohne
Worte zu Hilfe zu nehmen; der prädikative Vorstellungsverlauf
ist notwendig an Worte gebunden, wie überhaupt, mit einziger Aus-
nahme des Wahrnehmungsverlaufes, kein Vorstellungsverlauf sich
ohne Worte abwickelt, ohne dafs freilich immer deren Bedeutungen
im Bewufstsein gegeben sind. Die Bedeutungen werden sehr oft
nicht vollständig, sondern blofs sporadisch reproduziert: die Wort-
vorstellungen vertreten da die Bedeutungsvorstellungen mit, so-
dals sich das Denken in solchen Fällen auf dem Untergrunde des
unbewufst Erregten vollzieht. Möglich ist dies jedoch nur nach
vieler Übung, und diese Übung ist Sache des Unterrichtes, in
erster Linie des Sprach-, weiterhin aber alles Unterrichtes über-
haupt. Der Unterricht hat dafür Sorge zu tragen, dafs der
Schüler sich die Bedeutungen der Worte stets klar zum Bewufst-
sein bringt, der Sprachunterricht im besonderen, sofern es sich
um die grammatischen Bedeutungen handelt. Auf diese Weise
wird eine so enge und feste Assoziation zwischen Wort- und
Bedeutungsvorstellung hergestellt, dals jederzeit die, wenngleich
nur unvollständige, unbewufste Reproduktion der Bedeutungen
eintritt, welche das Denken so wesentlich erleichtert. Das haupt-
sächlichste Mittel zur Erreichung dieses Erfolges ist Anschaulich-
keit; die Schulstube mufs gleichsam eine Kinderstube, nur eine
solche höherer Ordnung, sein. Die Forderung der thatsäch-
lichen Anschaulichkeit ist nicht schwer zu erfüllen: gute Bilder,
die Gegenstände in natura vorgezeigt oder vorgeführt, das ist alles.
Aber auch dabei ist das Wort nicht zu entbehren. Neue Vor-
stellungen sind immer blofs durch Worte sowohl auf dem Gebiete
der Natur- wie der Geisteswissenschaften wirklich fest und sicher
einzuführen; denn nur die mit Worten, wie mit Etiketten versehenen
Vorstellungen repräsentieren ein jederzeit verfügbares Kapital.
Durch das Wort wird die, durch Betrachten eines Bildes, eines
Kunstproduktes, eines Naturphänomens gewonnene neue Vorstel-
lung erst gewissermafsen für den freien Gebrauch abgestempelt,
indem sie so erinnerungsfähig gemacht wird. Jedoch nicht
immer ist thatsächliche Anschaulichkeit möglich; oft mufs man
sich mit blofsen Worten behelfen. Da gilt es, in Worten an-
schaulich zu sein, eine Forderung, welcher nicht ganz leicht
zu entsprechen ist. Um Anschaulichkeit in Worten sich zu
eigen zu machen, stehen dem Lehrer hauptsächlich zwei Mittel
zur Verfügung, die ja auch längst bekannt und schon oft genannt