Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 50. Das formale Unten-ichtsschema. 4o3-
hat ein ausgezeichnetes Gedächtnis dafür, wo er dieses oder jenes
zu suchen hat, der andere nicht. Auch bei dem Zahlengedächtnisse
kommen mannigfache individuelle Unterschiede vor: neben Leuten,
die für Zahlen und überhaupt mathematische Verhältnisse ein
schlechtes oder nur mittelmäfsiges Gedächtnis haben, findet man
solche, die geradezu als Virtuosen in dieser Hinsicht zu bezeichnen
sind, z. B. der berühmte Mathematiker Gaufs. Vielfache individuelle
Unterschiede zeigen sich ebenfalls bei den verschiedenen Sinnen-
gedächtnissen. Während bei den meisten das Farbengedächtnis ein
nur mangelhaftes ist, giebt es wieder einzelne, welche einen aufser-
ordentlich entwickelten Farbensinn und ein sehr gutes Farben-
gedächtnis haben. Das Tongedächtnis ist im allgemeinen ein weit
besseres als das Farbengedächtnis, aber auch hier bleiben manche
hinter dem Durchschnitt zurück, andere ragen über ihn hinaus, so
Mozart, Bach, Beethoven. Zu solchen materialen Gedächtnisunter-
schieden kommen noch die formalen hinzu, z. B. leichtes und lang-
sames Lernen mit schnell vorübergehendem oder dauerndem Be-
halten u. dgl. m. Auch ist das Verhältnis des Erinnerten zum
ursprünglich im Bewufstsein Gegebenen weder in qualitativer noch
in intensiver Beziehung bei allen Menschen das nämliche. Des-
gleichen ist zu beachten, dafs bei einem und demselben Menschen
dieses Verhältnis ein schwankendes ist, was einerseits bedingt ist
durch die jeweilige Bewufstseinslage und anderseits durch die
Länge der Zeit, welche zwischen der erstmaligen Einprägung und
der betreffenden Reproduktion verflossen ist. Das Bild verblafst
nämlich im Laufe der Zeit immer mehr und mehr. Daher ist es
nötig, in gewissen Zwischenräumen die ursprüngliche Wahrnehmung
selbst zu wiederholen. Das gilt namentlich für alles Anschaubare,
also z. B. bezüglich der Gegenstände der Naturkunde, aber auch
für das Hörbare, wennschon in geringerem Grade, wie überhaupt
für alles durch die Sinne Erfafsbare, für den ganzen Kreis der
Gegenstände der Sinnes-Wahrnehmung. Ebenso erfolgt endhch
die Reproduktion wie die vorangegangene Bildung assoziativer
Verknüpfung bei verschiedenen Menschen verschieden: für den
einen ist der Kontrast und für den anderen die Ähnlichkeit,
für diesen ist Succession und für jenen Simultaneität von ausschlag-
gebender Wichtigkeit für die Assoziation und dementsprechend
dann auch für die Reproduktion. •
Schhefslich kommt noch die Bildung des Denkens
in Betracht. Hierfür ist, wie so oft betont, die Sprache von
gröfster Bedeutung. Die Worte sind eben nicht nur Zeichen der