Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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28 I- Teil. Die pädagogischen GrundbegriflFe.
das soziale Niveau im Sinne eines geistigen Kollektivbesitzes eben
dasselbe im Sinne der Gleichheit des geistigen Besitzes. Allerdings
handelt es sich bei dem allem und zwar nicht nur auf intellek-
tuellem, sondern ebenfalls auf moralischem Gebiete, nicht so sehr
um Schaffung von ganz neuen geistigen oder von Gefühlswerten,
sondern vielmehr um die Verallgemeinerung schon sonst vor-
handener, indem breiteren Schichten der Gesellschaft Gelegenheit
zur Übung und Entfaltung ihnen eignender Anlagen gegeben wird,
kurz gesagt: durch Darbietung von entspi-echenden Entfaltungs-
reizen. Aber man ist dennoch wohl berechtigt, von einem
günstigen Einflüsse der sozialen Entwickelung in intellektueller
wie in gemütlicher Hinsicht, von einem durch sie bewirkten Fort-
schritte nach diesen beiden Richtungen hin zu sprechen; denn der
Fortschritt besteht nicht blofs in zunehmender Intensität, sondern
auch in wachsender Extensität, in der immer gröfser werdenden
Verbreitung höherer Erkenntnis und edleren Fühlens. Und um
so höher auf diese Weise das allgemeine intellektuelle und mora-
lische Niveau gehoben wird, um so höher erheben sich auch die
dasselbe überragenden Säulen; um so höher wird nach und nach
auch das Ziel gesteckt, auf welches die Menschheit hinzu-
streben hat.
Ist auf die zweite der beiden oben aufgeworfenen Fragen vor-
läufig noch keine andere als eine so allgemeine Antwort wie die
gegebene mögjich, so läfst sich hingegen auf die erste Frage eine
klare und bestimmte Antwort und zwar ebenfalls in bejahendem
Sinne geben. Ein intellektueller Fortschritt des Menschenge-
schlechtes, bezw. innerhalb der einzelnen Menschheitsgruppen, der
Völker, ist zweifellos zu konstatieren, bei den Völkern wenigstens,
deren Entwickelung nicht durch äufsere Ereignisse nachhaltig unter-
brochen worden ist. Der Fortschritt dokumentiert sich in Folgen-
dem: 1. In der wachsenden Breite, der allmählich immer umfäng-
licher werdenden Ausdehnung der Erkenntnis, in ihrer schliefs-
lichen Allgemeinheit: die Daten für unsere Induktionen häufen
sich. Wir sehen das mit überzeugender Deutlichkeit, wenn wir
die Werke der antiken, mit naturwissenschaftlichen Problemen sich
beschäftigenden Schriftsteller, etwa eines Aristoteles oder Galenus,
mit denen der Naturforscher unserer Zeit vergleichen; wie ärmlich
ist das Induktions-Material bei jenen im Vergleich mit demjenigen
dieser. Wie grofs ist schon der Abstand in der Fülle der Daten
zwischen dem vorigen und dem gegenwärtigen Jahrhundert. 2. In
der immer gröfser werdenden Tiefe der Erkenntnis, in der stetigen