Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 50. Das formale Unten-ichtsschema. 4o3-
Das formale Unterrichtsschema. Kritik der Formalstufen
der Herbartianer.
§ 50.
Ich beschäftige mich zunächst mit der Festsetzung des all-
gemeinen Unterrichtsganges, also dem zweiten der oben er-
wähnten Punkte. Zuerst haben wir dabei festzustellen, was wir
von der Natur des menschlichen Intellektes auszusagen ver-
mögen. Der Ausdruck „Intellekt" ist eine Kollektiv-Bezeichnung;
wir verstehen darunter den ganzen Kreis des Vorstellens: Bildung
des Intellektes besagt demnach nichts anderes
als Bildung des Vorstellungslebens. Die Bedingungen sind
gegeben durch die sinnliche Anschauung, dem altbekannten
Satze gemäfs: nihil est in intellectu, quod non fuerit in sensu —
alles im Intellekt Vorhandene ist durch die Sinnes-Thätigkeit
bedingt; ferner durch die Aufmerksamkeit und das Gedächt-
nis. Dabei ist bezüglich der sinnlichen Anschauung zu bemerken,
dafs darunter der Inbegriff der Vorgänge zu verstehen ist, durch
die uns die Körperwelt und die Grundlagen der sprachlichen Mit-
teilung gegeben werden, indem es nämhch bei ihr ankommt:
1. auf den Inbegriff der Wahrnehmungsvorgänge, durch welche
uns die Gegenstände der Gesichtswahrnehmung geboten werden,
und diese Gegenstände selbst; 2. auf den Inbegriff der Wahr-
nehmungsvorgänge, welche uns die Konstitution der Körperwelt
vermitteln, wobei neben dem Gesichts- vor allem der Tastsinn eine
grofse Rolle spielt, aber auch die anderen Sinne Bedeutsames
leisten; 3. auf den Inbegriff der Wahrnehmungs Vorgänge des Ge-
hörssinnes, im besonderen bei der sprachlichen Mitteilung. Das
Resultat des Zusammenwirkens dieser Bedingungen ist der Besitz
eines gröfseren oder kleineren Schatzes von mehr oder weniger
klaren Vorstellungen. Es kommt weiterhin aber noch ein Moment
in Betracht, nämlich die Ausbildung der Fähigkeit, die erworbenen
Vorstellungen zu einem einheithchen und übersichtlichen Ganzen
gruppieren zu können. Dazu gehört zweierlei: einmal dals man
ihre Bedeutung, ihren Wert sich klar macht, und zum anderen
dafs man die gemeinsamen Merkmale herauszufinden vermag. Ein
Mensch, welcher dazu imstande ist, besitzt Urteil. Also die Aus-
bildung des Urteilens, des Denkens ist es, worauf es ebenfalls an-
kommt. Weenden wir das Gesagte auf den Unterricht an, so er-
giebt sich Folgendes: Zweck des Unterrichtes ist die Bil-
dung des Vorstellens in der Weise, dafs er sich das Zu-