Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 48. Die Organisation der öffentlichen Erziehung. 439
mufs das Schulgeld überall beseitigt und weitestgehende
Uneutgeltlichkeit der Bildungsmittel gewährleistet werden.
Ferner gilt es, den Übergang von einer zu einer anderen Unter-
richtsanstalt zu erleichtern , indem man die L e h r p 1 ä n e in
den naturkundlichen Fächern, dem deutschen Unterrichte, in der
Geschichte, Geographie, Gesellschaftskunde, Moral, wo thatsächlich
unschwer Angleichungen vorgenommen werden können, gleich-
mäfsiger zu gestalten sucht, damit gegebenen Falls das später
noch zum Durchbruch kommende Talent leicht die in den sonstigen
Bildungs - Unterschieden, wie fremde Sprachen und Mathematik,
entgegenstehenden Hindernisse zu überwinden imstande ist. Aufser-
dem wird auf diese Weise eine gröfsere Gleichförmigkeit in dem,
was wir allgemeine Bildung zu nennen pflegen, hergestellt und
dadurch wieder eine gegenseitige Annäherung der verschiedenen
Berufsklassen und Gesellschaftskreise bewirkt oder zum mindesten
doch bedeutend erleichtert.
Ferner sind hier noch einige Bemerkungen hinsichtlich der
äufseren Anordnung des Unterrichtes, der Lehrstnnden in
den Schulen am Platze. Diese Anordnung muls sich nach den Er-
gebnissen der Ermüdungsmessungen richten, um geistige Über-
anstrengung zu verhüten. Es hat sich bisher ganz deutlich gezeigt,
dafs fünf wissenschaftliche Unterrichtsstunden nacheinander auf
jeden Fall eine Überanstrengung bedeuten. Für jüngere Kinder sind
auch vier aufeinander folgende wissenschaftliche Lehrstunden noch zu
viel. Aufserdem hat sich ergeben, dafs stets zwischen zwei Unter-
richtsstunden längere Pausen gemacht werden müssen, um so längere,
je jünger die Kinder sind: die üblichen 5 Minuten-Pausen zwischen
zwei Ünterrichtsstunden nebst der einmaligen grofsen Pause von
15 Minuten genügen auf keinen Fall; ferner hat sich gezeigt, dafs
der Kachmittagsunterricht schneller und leichter ermüdend wirkt
als der Vormittagsunterricht. Demgemäfs wird man auf den Nach-
mittag nur wenige wissenschaftliche Lehrstunden verlegen dürfen,
am besten nur eine einzige. Zudem mufs zwischen dem Vor-
und dem Nachmittagsunterrichte eine Pause von mindestens drei
Stunden bei älteren und von mindestens vier Stunden bei jüngeren
Kindern liegen. Eine Anordnung der Lehrstunden nach den Er-
gebnissen der Ermüdungsmessungen wird also nicht unbeträchtliche
Umwälzungen des Unterrichtsbetriebes zur Folge haben, was aber
unvermeidlich ist, wollen wir die heranwachsende Generation ernst-
lich vor geistiger Überanstrengung und deren verderblichen Folgen
in jeder Hinsicht und damit die Gesellschaft vor Schaden be-